Eine Lebenslinie konstruieren

Ihr gesamtes Leben chronologisch mit symbolischen Markern auslegen — Steine für traumatische Ereignisse, Blumen für positive.

Why it works

Traumatische Erinnerungen bei PTBS sind fragmentiert, schlecht datiert und ihres Kontexts beraubt — sie existieren als unintegrierte sensorisch-emotionale Brennpunkte, die in der Gegenwart feuern statt als in der Vergangenheit verortete episodische Erinnerungen. Die Lebenslinie bietet eine physische, räumliche Darstellung des gesamten Lebens — ein Seil auf dem Boden oder Papier —, bei der jedes Ereignis zeitlich platziert wird, zwischen dem, was davor und danach kam. Diese räumlich-zeitliche Kontextualisierung ist der Ausgangspunkt für Integration: das Trauma wird in ein Leben eingeordnet, das auch gewöhnliche Momente, Beziehungen, Ressourcen und die Tatsache des Überlebens der Person enthielt.

How to do it

  1. Ein Stück Seil verwenden, um Ihr Leben von der Geburt bis heute darzustellen, auf dem Boden ausgelegt.
  2. Steine entlang der Linie für schwierige, traumatische oder beängstigende Ereignisse platzieren, und Blumen (oder andere positive Symbole) für gute, bedeutsame Momente.
  3. Die Zeitlinie chronologisch durchgehen — Sie brauchen noch keine Details, nur Platzierung und Anerkennung.
  4. Zurücktreten und die gesamte Linie betrachten, bevor Sie mit narrativer Arbeit beginnen.

Evidenz

Die Lebenslinie ist das grundlegende Bewertungs- und Rahmungswerkzeug in NET, verwendet über alle NET-Studien hinweg. Ihr spezifischer Beitrag zum Ergebnis wurde nicht experimentell isoliert, aber sie ist integraler Bestandteil des Protokolls, das in mehreren RCTs konsistente PTBS-Reduktionen gezeigt hat. (clinical)

Die Lebenslinie ist ein klinisches Werkzeug innerhalb des NET-Protokolls; ihre spezifischen Effekte als isolierter Schritt sind nicht eigenständig erforscht.

Quellen

  • Schauer, Neuner & Elbert (2011), Narrative Exposure Therapy: A Short-Term Treatment for Traumatic Stress Disorders, Hogrefe

Häufiger Fehler

Zu versuchen, die Lebenslinie mental zu konstruieren, ohne physische Darstellung. Die externe, räumliche Darstellung — ein echtes Seil oder eine gezeichnete Linie mit physischen Objekten — ist Teil des Mechanismus: Sie externalisiert die Erzählung und macht das gesamte Leben gleichzeitig sichtbar.

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