Ein Zeugnisdokument erstellen

NET erzeugt ein schriftliches Zeugnis des Lebens der Person — ein Dokument, das Person und Therapeutin oder Therapeut gemeinsam verfassen und das die Person behält.

Why it works

Das Zeugnis ist das schriftliche Protokoll der narrativen Arbeit: eine chronologische Lebensdarstellung, die die traumatischen Ereignisse in ihrem biografischen Kontext einbettet. Das Dokument erfüllt zwei Funktionen. Erstens ist das Schreiben und Lesen Teil des Expositions- und Integrationsprozesses. Zweitens gibt das fertige Dokument der Person eine externe, erzählte Darstellung ihres eigenen Lebens, die die therapeutische Rekontextualisierung trägt — ein Gegengewicht zur fragmentierten, schambeladenen inneren Erzählung, die PTBS oft erzeugt. In vielen humanitären Kontexten wird das Zeugnis auch öffentlich als eine Form des Bezeugens geteilt.

How to do it

  1. Die Therapeutin oder der Therapeut liest die Erzählung bei jeder Sitzung vor, korrigiert sie mit der Klientin oder dem Klienten und fügt sie dem wachsenden schriftlichen Dokument hinzu.
  2. Nachdem alle Trauma-Hotspots erzählt wurden, erstellt die Therapeutin oder der Therapeut einen vollständigen, kohärenten schriftlichen Bericht.
  3. Das Dokument wird der Klientin oder dem Klienten vorgelesen, und eine korrigierte Endfassung wird ihr oder ihm zum Behalten übergeben.
  4. In manchen Kontexten kann die Klientin oder der Klient entscheiden, das Zeugnis zu teilen — mit Vertrauenspersonen, Interessenvertretungen oder als historisches Dokument.

Evidenz

Die Zeugniskomponente ist Teil des vollständigen NET-Protokolls über alle Studien hinweg. Ihr spezifischer Beitrag als therapeutisches Element wurde nicht isoliert. Als humanitäres Werkzeug wurde die Tradition des öffentlichen Zeugnisses in Wahrheits- und Versöhnungsprozessen mit qualitativen Berichten über Sinn und Integration eingesetzt, aber kontrollierte Evidenz für den Zeugnisschritt allein existiert nicht. (clinical)

Das Zeugnis ist integraler Bestandteil von NET, wie in der Forschung durchgeführt; sein spezifischer mechanistischer Beitrag (über die narrative Exposition selbst hinaus) ist nicht experimentell isoliert.

Quellen

  • Schauer et al. (2011), NET manual — testimony as a core protocol element

Häufiger Fehler

Das schriftliche Zeugnis als Endprodukt zu behandeln statt als Teil des therapeutischen Prozesses. Das Vorlesen und Korrigieren des Entwurfs mit der Therapeutin oder dem Therapeuten — nicht nur das endgültige Dokument — ist Teil der Exposition und Integration.

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