Erlösungs- und Kontaminationssequenzen erkennen
Die Muster darin finden, wie Ihre Geschichten von Rückschlag und Erfolg tendenziell enden.
Why it works
McAdams' Forschung fand, dass Erlösungssequenzen (schlecht → gut) in Lebenserzählungen Generativität und psychische Reife vorhersagen, während Kontaminationssequenzen (gut → schlecht) geringeres Wohlbefinden vorhersagen. Der Mechanismus ist nicht, dass das Leben objektiv besser oder schlechter ist, sondern dass die Person Wachstumssinn aus Widrigkeiten zieht — was Erwartung, Resilienz und zukünftiges Verhalten formt. Ihre Standardsequenz zu identifizieren ist der erste Schritt, sie zu überarbeiten.
How to do it
- Fünf bedeutsame negative Ereignisse in Ihrem Leben auflisten. Für jedes einen Satz schreiben, wie es sich letztlich auf Sie ausgewirkt hat.
- Jedes bewerten: Führt das Ereignis zu etwas Gewonnenem oder Verlorenem, Gewachsenem oder Geschmälertem?
- Auf das Verhältnis achten. Wenn die meisten in Kontamination enden, bemerken — das ist ein revidierbares Muster, kein Urteil über Ihr Leben.
- Für eine Kontaminationssequenz ein echtes Wachstumsergebnis finden, das Sie möglicherweise heruntergespielt oder übersehen haben.
Evidenz
McAdams und Kollegen fanden in mehreren Studien, dass Erwachsene mit hoher Generativität — dem Anliegen, zur nächsten Generation beizutragen — zuverlässig mehr Erlösungssequenzen in ihren Lebensgeschichten erzählten. Eine dedizierte Studie zu Erlösungs- und Kontaminationssequenzen verknüpfte zudem jeden Sequenztyp direkt mit psychosozialer Anpassung bei Erwachsenen mittleren Alters und Studierenden. (observational)
Korrelation, keine Kausalität — es ist möglich, dass höheres Wohlbefinden zu mehr erlösendem Erzählen führt, statt umgekehrt. Aktive Erzählrevision wurde nicht isoliert erprobt.
Quellen
- McAdams, Diamond, de St. Aubin & Mansfield (1997), "Stories of commitment: the psychosocial construction of generative lives," Journal of Personality and Social Psychology
- McAdams, D. P., Reynolds, J., Lewis, M., Patten, A. H., & Bowman, P. J. (2001). When Bad Things Turn Good and Good Things Turn Bad: Sequences of Redemption and Contamination in Life Narrative and Their Relation to Psychosocial Adaptation in Midlife Adults and in Students. Personality and Social Psychology Bulletin, 27(4), 474–485.
- McAdams, D. P., Diamond, A., de St. Aubin, E., & Mansfield, E. (1997). Stories of commitment: The psychosocial construction of generative lives. Journal of Personality and Social Psychology, 72(3), 678–694.
Häufiger Fehler
Eine Erlösungserzählung auf wirklich traumatische Ereignisse zu zwingen, bevor sie bereit sind, umgedeutet zu werden — vorzeitiges positives Sinnmachen kann echte Verarbeitung kurzschließen.
Übe das mit IX Coach
More practices for Narrative Identität, praktisch erklärt
- Ihr Leben in Kapiteln kartieren
Ihr Leben in benannte Kapitel unterteilen, um den Bogen zu sehen, den Sie gelebt haben.
- Ihre Kernepisoden erkunden
Die Höhepunkt-, Tiefpunkt- und Wendepunkt-Szenen identifizieren, die Ihren persönlichen Mythos definieren.
- Handlungsfähigkeit und Gemeinschaft in Ihrer Geschichte ausbalancieren
Prüfen, ob Ihre Lebenserzählung stärker auf Selbsterweiterung (Handlungsfähigkeit) oder Verbindung (Gemeinschaft) gewichtet ist.
- Lebendige vorgestellte Zukunftsszenen schreiben
Ihre Lebensgeschichte mit konkreten, gefühlten Szenen in die Zukunft erweitern — nicht nur Zielen.
- Ihre Geschichte auf Kohärenz und Glaubwürdigkeit prüfen
Die Teile Ihrer Selbsterzählung identifizieren, die widersprüchlich sind oder nicht mehr stimmen.
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