Bereich 3 – Persönliche Stärke

Zu überleben, was du dir nicht zugetraut hast, kann ein dauerhaftes Gefühl von „Ich bin stärker, als ich wusste" hinterlassen.

Why it works

Eine Tortur zu durchleben liefert direkten, gelebten Beweis, der der Überzeugung widerspricht, davon zerstört zu werden – eine Erfahrung von Bewältigung im wahrsten Sinne. Dieser Beweis aktualisiert die Selbstwirksamkeit: Künftigen Schwierigkeiten begegnet jemand, der jetzt einen Beweis der eigenen Fähigkeit hat. Die Stärke ist real, gerade weil sie erarbeitet, nicht behauptet wurde.

How to do it

  1. Benenne konkret, was du durchgestanden hast und was es dich gekostet hat.
  2. Lass „Ich habe das überlebt" als Beweis stehen, ohne zu minimieren, wie schwer es war.
  3. Bemerke, dass zur Stärke auch gehört, um Hilfe gebeten zu haben – das zählt ebenfalls.

Evidenz

„Persönliche Stärke" ist ein PTGI-Bereich und überschneidet sich konzeptuell mit der Selbstwirksamkeitstheorie, in der Bewältigungserfahrungen dauerhaftes Vertrauen aufbauen. Das PTG-Maß ist beobachtend und selbstberichtet; die Verbindung zur Selbstwirksamkeit ist besser etabliert. (observational)

Ein gefühltes Stärkegefühl kann mit anhaltender Verletzlichkeit und Flashbacks koexistieren. Sich stark zu fühlen ist nicht dasselbe wie „darüber hinweg" zu sein, und ist nicht erforderlich, um gültig zu sein.

Quellen

  • Post-Traumatic Growth Inventory — "personal strength" domain (Tedeschi & Calhoun)

Häufiger Fehler

„Was dich nicht umbringt, macht dich stärker" zu nutzen, um anhaltende Wunden abzutun – Stärke und fortdauernder Schmerz schließen sich nicht gegenseitig aus.

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