RAIN — Mit Freundlichkeit erforschen

Erkunde behutsam, worum es beim Gefühl geht und was es am meisten braucht — mit Neugier, nicht mit Verhör.

Why it works

Erforschen verschiebt dich davon, mit der Emotion verschmolzen zu sein, zum Beobachten, eine Haltung, die ihre automatische Kontrolle reduziert. Zu fragen, was ein Gefühl glaubt, fürchtet oder braucht, legt die zugrunde liegende Überzeugung frei, die es antreibt — das, was die Erfahrung tatsächlich verändert; die Oberflächenemotion ruht meist auf einer ungeprüften Annahme.

How to do it

  1. Frag das Gefühl: Was glaubst du? Wovor hast du Angst? Was brauchst du?
  2. Erforsche aus Wärme, wie du es bei einem verängstigten Freund tätest — nicht als Ankläger.
  3. Verorte es im Körper; lass die Antwort des Körpers ebenso zählen wie die des Verstands.

Evidenz

Erforschen überschneidet sich mit kognitiver Defusion in ACT und mit der sokratischen Befragung der KVT, die beide den Griff automatischer Gedanken lockern. Die freundliche, bedürfnisorientierte Rahmung ist Brachs Betonung; der zugrunde liegende Mechanismus der Überzeugungsuntersuchung ist klinisch etabliert. (clinical)

Erforschen kann in Grübeln oder Analyseparalyse abgleiten. Das Ziel ist eine kurze, freundliche Befragung, kein endloses Selbstkreuzverhör.

Häufiger Fehler

Erforschen in Selbstverhör zu verwandeln — „warum bin ich so schwach?“ — was verkleidetes Urteil ist und die Untersuchung abwürgt.

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