Die drei Restorative-Justice-Fragen stellen

Jedes Schadensgespräch beginnen mit: Wer wurde verletzt, was brauchen sie, und wer ist verantwortlich, diese Bedürfnisse zu erfüllen?

Why it works

Konventionelle Reaktionen auf Schaden konzentrieren sich auf die gebrochene Regel und die angemessene Strafe – ein rückwärtsgewandter, täterzentrierter Rahmen. Die drei Restorative-Fragen verschieben den Fokus nach vorne und nach außen: auf die geschädigte Person, ihre tatsächlichen Bedürfnisse und die Gemeinschaft, die dafür verantwortlich ist, sie zu erfüllen. Diese Umrahmung verändert, wer im Prozess Stimme hat und was als Lösung zählt – von „Strafe verhängt“ zu „Schaden repariert“.

How to do it

  1. Wenn Schaden entsteht – ein Vergehen, ein Konflikt, ein Vertrauensbruch – innehalten und explizit fragen: „Wer wurde durch das Geschehene verletzt?“
  2. Die geschädigte Partei direkt fragen: „Was brauchst du, damit das wieder in Ordnung kommt?“ Ohne Lösungsvorschläge zuhören.
  3. Die Person, die Schaden verursacht hat, fragen: „Was muss passieren, damit du dafür Verantwortung übernimmst?“ – nicht als Anklage, sondern als echte Verantwortlichkeitsfrage.

Evidenz

Metaanalysen zu Restorative Justice finden durchgängig höhere Opferzufriedenheit mit restorativen Prozessen im Vergleich zum konventionellen Strafrecht sowie moderate Evidenz für reduzierte Rückfallquoten in einigen Jugend- und Erwachsenenkontexten. (observational)

Die meiste Restorative-Justice-Forschung stammt aus dem strafrechtlichen Kontext; die Verallgemeinerung auf Arbeitsplatz- oder zwischenmenschliche Konflikte beinhaltet kontextuelle Unterschiede. Ergebnisse variieren nach Art des Vergehens und freiwilliger Teilnahme.

Quellen

  • Sherman, L. W. & Strang, H. (2007). Restorative Justice: The Evidence. The Smith Institute, London.

Häufiger Fehler

Fragen, was passiert ist, und sofort zur Schuldfrage springen, statt zuerst festzustellen, wer geschädigt wurde und was er braucht – was bestimmt, was Lösung überhaupt bedeutet.

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