Santosha: Die Praxis der Zufriedenheit
Patanjalis Niyama der Zufriedenheit und seine praktischen Hebel
Was ist Santosha, und wie kultiviert man es?
Santosha ist Patanjalis zweites Niyama – eine bewusste Ausrichtung auf Genügsamkeit und Gleichmut mit dem, was gerade ist, im Unterschied zu passiver Resignation oder erzwungenem Positivdenken. Die Praxis geht nicht darum, Verlangen zu unterdrücken, sondern den Geist zu trainieren, im Gegenwärtigen zu ruhen, statt gewohnheitsmäßig einem zukünftigen Zustand nachzujagen, der zufrieden machen wird.
Santosha (Sanskrit: „Zufriedenheit“ oder „Genüge“) erscheint in den Yoga-Sutras als zweite von fünf persönlichen Beobachtungen. Es wird leicht als passive Akzeptanz oder spirituelle Umgehung missverstanden, aber die Tradition ist präziser: Santosha ist eine aktive Kultivierung von Genügsamkeits-Bewusstsein mitten im gewöhnlichen Leben, keine Anweisung, aufzuhören sich zu kümmern oder zu streben. Die folgenden Praktiken extrahieren den psychologischen Mechanismus aus der Lehre und machen ihn heute umsetzbar.
Übungen
- Die Genug-Bestandsaufnahme
Listen Sie bewusst auf, was in Ihrem Leben bereits ausreicht, bevor Sie nach mehr greifen.
- Präferenz auf die Gegenwart trainieren
Genießen Sie bewusst, was Sie bereits besitzen oder haben, als wäre es neu.
- Das Verlangen vor dem Nachjagen untersuchen
Bevor Sie etwas verfolgen, das Sie wollen, fragen Sie, ob das Verlangen Ihnen dient oder Sie aufzehrt.
- Aufwärts gerichteten sozialen Vergleich unterbrechen
Bemerken Sie, wenn Vergleich Unzufriedenheit erzeugt, und lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Ihre eigene Entwicklung.
- Akzeptanz von Resignation unterscheiden
Üben Sie, das Unveränderliche zu akzeptieren, während Sie identifizieren, was tatsächlich geändert werden kann.
- Zufriedenheit und Ambition gleichzeitig halten
Verfolgen Sie Ziele, ohne Ihre Zufriedenheit an deren Erreichen zu knüpfen.
- Gleichmut bei Unbehagen üben
Wenn etwas Unangenehmes aufkommt, bemerken Sie den Fluchtimpuls, bevor Sie danach handeln.
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