Das Selbsterweiterungsmodell: Wie Beziehungen uns wachsen lassen (und stagnieren)
Evidenzbasierte Praktiken, um Nähe und persönliches Wachstum durch den Selbsterweiterungsmechanismus aufrechtzuerhalten
Warum Beziehungen anfangs aufregend sind, und wie man es bewahrt
Arthur Arons Selbsterweiterungsmodell schlägt vor, dass Menschen motiviert sind zu wachsen – ihr Selbstgefühl durch die Aufnahme neuer Perspektiven, Fähigkeiten und Ressourcen zu erweitern –, und dass Beziehungen anfangs so motivierend sind, weil sie schnelle Selbsterweiterung darstellen. Die gut untersuchte praktische Implikation ist, dass neuartige, herausfordernde Aktivitäten mit einem Partner oder engen Freund die Erweiterungserfahrung wiederherstellen und Nähe neu belebt. Das Modell hat eine substanzielle empirische Grundlage, vor allem bei romantischen Beziehungen.
Arthur Aron und Kollegen schlugen vor, dass Menschen eine grundlegende Motivation haben, das Selbst zu erweitern – fähiger, wissender und verbundener zu werden. Beziehungen sind anfangs aufregend, weil sie der schnellste Weg zur Selbsterweiterung sind: Eine neue Person bringt Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten mit, die Sie nicht hatten. Wenn die Neuheit endet, stockt die Erweiterung – und die Beziehung kann stagnierend wirken, nicht weil die Zuneigung abgenommen hat, sondern weil das Wachstum aufgehört hat. Die folgenden Praktiken gründen in Arons veröffentlichtem Forschungsprogramm, mit ehrlichen Hinweisen darauf, was die Evidenz direkt stützt.
Übungen
- Neuartige, mäßig herausfordernde Aktivitäten gemeinsam tun
Neue und leicht schwierige gemeinsame Erfahrungen stellen die Selbsterweiterung wieder her, die Nähe lebendig hält.
- Üben, die andere Person in Ihr Selbstkonzept einzubeziehen
Enge Beziehungen entwickeln sich, wenn Sie die Perspektiven und Ressourcen des anderen wirklich in Ihr Denken aufnehmen – nicht nur Zeit mit ihm verbringen.
- Persönliches Wachstum verfolgen, das Sie teilen – nicht parallel, sondern gemeinsam
Gemeinsam mit einem Partner oder Freund zu wachsen, statt getrennt, nutzt den Selbsterweiterungsmechanismus für beide Personen gleichzeitig.
- Aktuelle Beziehungen auf Erweiterungsrate prüfen
Beziehungen, die aufgehört haben sich zu erweitern, wirken tendenziell stagnierend – eine periodische Prüfung deckt auf, wo das Wachstum aufgehört hat.
- Strukturierte, eskalierende Selbstoffenbarung nutzen, um Nähe zu beschleunigen
Nähe kann bewusst durch gegenseitige, allmählich vertiefende Offenbarung erzeugt werden – nicht nur durch Zeit.
- Erweiterung schützen, indem man dem Abgleiten in reinen Komfort widersteht
Lange Beziehungen gleiten natürlich in Richtung Komfort und Vorhersehbarkeit – Erweiterung erfordert bewusste Neu-Einführung von Neuheit.
- Den Selbsterweiterungsrahmen auf individuelles Wachstum anwenden, nicht nur auf Beziehungen
Dieselbe Motivation, die relationale Nähe antreibt, treibt auch individuellen Sinn an – Wachstum um seiner selbst willen zu suchen.
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