Passive von aktiver Social-Media-Nutzung unterscheiden

Scrollen und Zuschauen (passiv) schaden dem Wohlbefinden durchgängig mehr als direktes Nachrichtenschreiben und Kommentieren (aktiv).

Why it works

Passive Nutzung — Feeds scrollen, Storys anschauen, Profile ansehen ohne selbst zu posten — maximiert die Exposition gegenüber kuratierten Aufwärtsvergleichszielen, ohne reziprokes soziales Feedback zu liefern. Aktive Nutzung — posten, kommentieren, direkte Nachrichten — beinhaltet sozialen Austausch, der einen Teil des echten Verbindungsnutzens liefert, den soziale Interaktion eigentlich bieten soll. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie zeigt, was reduziert werden sollte (passiv), statt pauschale Social-Media-Eliminierung zu fordern.

How to do it

  1. Eine Woche lang bei jedem Öffnen einer Social-App notieren: konsumieren Sie (passiv) oder interagieren Sie mit einer bestimmten Person (aktiv)?
  2. Am Ende jedes Tages das Verhältnis protokollieren: wie viel Ihrer Zeit war passiv vs. aktiv?
  3. In Woche zwei, wenn Sie passives Scrollen bemerken, die App schließen und fragen: "Gibt es jemand Bestimmten, den ich kontaktieren möchte?"
  4. Allmählich in Richtung Nachrichtenschreiben statt Scrollen verschieben.

Evidenz

Verduyn et al. (2015) fanden in einer Erlebnisstichprobenstudie, dass passive Facebook-Nutzung im Zeitverlauf abnehmendes affektives Wohlbefinden vorhersagte, während aktive Nutzung keinen signifikanten negativen Effekt zeigte. (observational)

Beobachtend; die Unterscheidung passiv/aktiv ist nicht perfekt sauber, und manche Inhalte innerhalb "aktiver" Nutzung (öffentlich sichtbare Posts) treiben ebenfalls Vergleich an.

Quellen

  • Verduyn et al. (2015), passive Facebook usage undermines affective wellbeing, Journal of Experimental Psychology: General

Häufiger Fehler

Annehmen, man müsse soziale Medien ganz aufgeben, wenn die Reduktion passiven Scrollens den größten Teil des Wohlbefindensnutzens erreicht und legitime Verbindungsnutzen erhält.

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