Nach Evidenz hinter Behauptungen fragen

Fragen Sie „welche Evidenz stützt das?", bevor Sie eine faktische oder wertende Behauptung akzeptieren.

Why it works

Selbstbewusst vorgetragene Behauptungen führen tendenziell zu unkritischer Akzeptanz — die Zuversicht wirkt als sozialer Ersatz für Evidenz. Nach Evidenz zu fragen zwingt die Behauptung in den epistemischen Bereich, wohin sie gehört: Worauf beruht das, und wie stark ist es? Diese Praxis verlangsamt die Übernahme falscher Prämissen, die sich sonst in abgeleitete Schlussfolgerungen fortpflanzen, die gültig erscheinen, weil jeder Schritt von der Prämisse aus logisch ist.

How to do it

  1. Wenn eine Behauptung aufgestellt wird (auch von Ihnen selbst), fragen Sie: „Worauf basiert das?"
  2. Unterscheiden Sie Evidenzarten: persönliche Erfahrung, Expertenmeinung, Daten, Schlussfolgerung aus Theorie.
  3. Fragen Sie: „Ist diese Evidenz spezifisch genug, um die Stärke der Behauptung zu tragen?"
  4. Wenn die Evidenz für das Ausmaß der Behauptung schwach ist, sagen Sie das explizit, statt die Behauptung ganz zu verwerfen.

Evidenz

Die Bewertung von Evidenz ist eine Kernkompetenz wissenschaftlicher Bildung und kritischen Denkens. Das Vermitteln von Evidenzprüfungsfähigkeiten verbessert die Argumentationsqualität in Bildungssettings, wobei die Forschungsbasis überwiegend im akademischen Kontext liegt. (mechanistic)

Nach Evidenz zu fragen kann produktive Gespräche entgleisen lassen, wenn es auf jede Behauptung gleichermaßen angewendet wird; die Beurteilung, welche Behauptungen am folgenreichsten und am wenigsten gestützt sind, fokussiert die Praxis.

Häufiger Fehler

Unmögliche Evidenzstandards für Behauptungen zu fordern, die Ihnen nicht gefallen, während Sie dünne Evidenz für Behauptungen akzeptieren, die Ihre bestehende Ansicht bestätigen — das ist motivierte Skepsis, kein kritisches Denken.

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