Die Frage selbst hinterfragen

Bevor Sie eine Frage beantworten, fragen Sie, ob es die richtige Frage ist und ob sie so formuliert ist, dass sie brauchbare Antworten liefert.

Why it works

Fragen tragen versteckte Annahmen: „Warum scheitert Strategie X?" setzt voraus, dass die Strategie scheitert. „Wie steigern wir den Umsatz?" setzt voraus, dass der Umsatz gesteigert werden soll statt Kosten gesenkt. Die Rahmung einer Frage zu akzeptieren übernimmt ihre Annahmen; die Frage zu hinterfragen legt diese Annahmen offen, bevor sie die Antwort formen. Das ist ein Meta-Denkschritt, der eine anspruchsvolle Analyse des falschen Problems verhindert.

How to do it

  1. Wenn Ihnen eine Frage gestellt wird, halten Sie inne und formulieren Sie sie in eigenen Worten um.
  2. Fragen Sie: „Was setzt diese Frage voraus? Sind diese Annahmen gültig?"
  3. Fragen Sie: „Für welche Frage ist diese Frage ein Stellvertreter?" — oft ist die gestellte Frage nicht die tiefste.
  4. Beantworten Sie erst, nachdem Sie bestätigt haben, dass es sich um eine lohnende Frage handelt.

Evidenz

Framing-Effekte in der Urteilsforschung (Kahneman & Tversky) zeigen, dass die Formulierung einer Frage die Antwort beeinflusst, unabhängig vom Inhalt. Die Rahmung zu hinterfragen ist eine praktische Gegenmaßnahme dazu. Die konkrete Praxis ist eher philosophisch und beruflich geprägt als experimentell validiert. (mechanistic)

Systematisch jede Frage zu hinterfragen kann unpraktisch und sozial unangenehm sein. Diese Praxis ist am wertvollsten bei folgenreichen Fragen, bei denen die Rahmung am wahrscheinlichsten konsequenzielle Annahmen trägt.

Quellen

  • Tversky & Kahneman (1981), "The framing of decisions and the psychology of choice," Science

Häufiger Fehler

Die Frage als Verzögerungstaktik oder als Ausweichen vor der schweren Antwort zu hinterfragen, statt als echte Prüfung, ob die Frage gut gestellt ist.

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