Skalierungsfragen

Nutzen Sie eine 0–10-Skala, um Fortschritt sichtbar zu machen, herauszufinden, was funktioniert, und einen kleinen nächsten Schritt zu definieren.

Why it works

Vage subjektive Zustände („Ich bin überfordert", „Mir geht es okay") sind nicht brauchbar — sie enthalten keine Information über Richtung oder Bewegung. Eine Zahl verankert den Zustand an einem Zeitpunkt, und die Frage „warum sind Sie bei einer 4 und nicht bei einer 2?" zwingt die Person, zu artikulieren, was bereits gut läuft — was Lösungssprache statt Problemsprache erzeugt. Die Frage „wie würde eine 5 aussehen?" operationalisiert den nächsten Schritt in etwas Konkretes und Kleines. Die Skala ist ein Instrument zur Erzeugung von Präzision und Selbstbeobachtung, kein Messwerkzeug.

How to do it

  1. Etablieren Sie die Skala: „Auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 dort ist, wo Sie sein wollen, und 0 das Schlimmste, was es je war, wo stehen Sie heute?"
  2. Fragen Sie, warum die Zahl nicht niedriger ist: „Was hält Sie bei [n] und nicht bei [n-2]?" — das zieht bestehende Ressourcen heraus.
  3. Fragen Sie, wie ein Punkt höher aussieht: „Was wäre bei [n+1] anders? Was würden Sie tun?"
  4. Nutzen Sie Skalierung separat für Zuversicht: „Wie zuversichtlich sind Sie, von 0 bis 10, dass Sie dorthin kommen?"
  5. Kehren Sie zu Beginn jeder Sitzung zur Skala zurück, um Bewegung zu verfolgen.

Evidenz

Skalierung wird in SFBT, motivierender Gesprächsführung und KVT eingesetzt. Speziell in SFBT ist Skalierung ein etabliertes klinisches Werkzeug, dessen Mechanismus — selbst erzeugte Kompetenzbelege hervorzuholen und kleine Schritte zu operationalisieren — klinisch gut belegt ist. Isolierte Studienevidenz allein für Skalierung fehlt. Eine Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien zu gemeindebasierter SFBT (Franklin et al., 2024) berichtet signifikante positive Effekte für das Paket, in dem Skalierung eine Kernkomponente ist, isoliert Skalierung selbst aber nicht. (clinical)

Skalierungsfragen sind in mehrere validierte Ansätze eingebettet und klinisch etabliert; sie wurden nicht isoliert getestet.

Quellen

Häufiger Fehler

„Warum sind Sie nicht höher?" statt „warum sind Sie nicht niedriger?" zu fragen — Ersteres zieht Defizite heraus und erzeugt Problemsprache; Letzteres zieht Ressourcen heraus und erzeugt Lösungssprache.

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