Nachts nicht mehr auf die Uhr schauen

Die Uhr entfernen oder verstecken, um die „Wie viel Schlaf bleibt mir noch“-Rechnung zu stoppen, die das Gehirn aktiviert.

Why it works

Auf-die-Uhr-Schauen während nächtlicher Wachheit verwandelt ein neutrales Ereignis (wach sein) in eine katastrophisierende Rechnung („Es ist 3 Uhr, mir bleiben nur noch 4 Stunden, morgen bin ich fertig“). Jeder Blick erhöht das Cortisol und verlängert die Wachheit. Das Nachschauen selbst verstärkt zudem die Wachsamkeit, die charakteristisch für konditionierte Schlaflosigkeit ist. Die Uhr zu entfernen entfernt den Auslöser für diese Rechnung.

How to do it

  1. Dreh das Ziffernblatt vom Bett weg oder entferne die Uhr aus dem Schlafzimmer.
  2. Stell einen Wecker und verzichte bewusst darauf, bei Wachheit die Zeit zu checken.
  3. Nutzt du das Handy als Wecker, leg es mit dem Display nach unten oder auf die andere Seite des Raums.

Evidenz

Auf-die-Uhr-Schauen ist ein kognitives Aufrechterhaltungsverhalten, das in Harveys kognitivem Modell der Schlaflosigkeit beschrieben wird; es wird in CBT-I als aufrechterhaltender Faktor adressiert, der Erregung während der Nacht am Leben hält. (clinical)

Direkte RCT-Evidenz dafür, die Uhr als isolierte Intervention zu verstecken, ist begrenzt; sie ist Teil des breiteren CBT-I-Protokolls, das insgesamt starke Unterstützung hat.

Quellen

  • Harvey (2002), cognitive model of insomnia, Behaviour Research and Therapy

Häufiger Fehler

Das Handy „nur um die Zeit zu sehen“ checken und dabei zwangsläufig eine Benachrichtigung lesen, was mitten in der Nacht eine Dosis sozialer Stimulation liefert.

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