Mehr Entwicklungsaufwand in Stärken als in Schwächen investieren

Von durchschnittlich zu exzellent in deinen Stärkebereichen bewegen statt von schwach zu durchschnittlich in deinen schwachen.

Why it works

Die konventionelle Weisheit – entwickle deine Schwächen – hat ein Deckenproblem: Von schwach zu durchschnittlich in einer Schwäche zu gehen, wirft pro Aufwandseinheit weniger ab als von stark zu außergewöhnlich in einer Stärke zu gehen. Das liegt nicht daran, dass Schwächen nicht zählen, sondern daran, dass die Grenzrendite von Talentinvestition dort höher ist, wo Talent bereits existiert. Die neuronale Effizienz des Gehirns in Bereichen natürlicher Stärke beschleunigt den Fähigkeitserwerb.

How to do it

  1. Identifiziere deine drei Top-Stärken und finde einen konkreten Weg, jede im nächsten Quartal weiterzuentwickeln.
  2. Entwickle für echte Schwächen, die nicht delegiert werden können, eine Managementstrategie (Systeme, Checklisten, Partner) statt zu versuchen, darin stark zu werden.
  3. Verfolge, wohin deine Entwicklungsinvestition tatsächlich fließt – die meisten Menschen verbringen mehr Zeit mit Schwächen, als die Rendite rechtfertigt.
  4. Unterscheide „Schwäche“ von „Schwellenfähigkeit“ – manche Fähigkeiten erfordern minimale Schwellenleistung; andere können delegiert werden.

Evidenz

Expertiseforschung (Ericsson) findet, dass Fähigkeitserwerb deutlich schneller ist in Domänen, in denen zugrundeliegendes Talent existiert. Gallups Stärkenforschung ist die angewandte geschäftliche Version dieses Befunds. (observational)

Das „In Stärken investieren“-Prinzip ist überzeugend, aber kontextabhängig: Es gilt am klarsten für diskretionäre Entwicklungsinvestition. Es impliziert nicht, echte leistungsblockierende Fähigkeitslücken zu ignorieren.

Quellen

  • Ericsson & Charness (1994), expert performance: its structure and acquisition, American Psychologist

Häufiger Fehler

Das „In Stärken investieren“-Prinzip nutzen, um schwierige, aber notwendige Entwicklung zu vermeiden – das Prinzip geht um die Allokation von Grenzaufwand, nicht um das Ignorieren echter Fähigkeitslücken.

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