Deinen Entnahmeplan gegen mehrere Szenarien stresstesten

Teste deinen Plan gegen die schlechtesten historischen Zeiträume – nicht nur den Durchschnitt – bevor du in Rente gehst.

Why it works

Die meisten Menschen planen intuitiv für Durchschnittsergebnisse. Aber Ruhestandstragfähigkeit ist ein Tail-Risk-Problem: Das Durchschnittsrenditeszenario ist unproblematisch; es sind die Jahrzehnte mit niedriger Rendite und hoher Inflation (wie 1966-1982), die feste Entnahmepläne töten. Bewusst Worst-Case-Szenarien zu modellieren zwingt das Gehirn, sich mit der tatsächlichen Ergebnisverteilung auseinanderzusetzen, statt sich am günstigen Durchschnitt zu verankern – so werden gute Pläne stresstestet.

How to do it

  1. Identifiziere die drei schlechtesten 30-Jahres-Marktzeiträume der US-Geschichte (etwa Beginn 1929, 1937, 1966).
  2. Modelliere deinen Entnahmeplan gegen jeden: Wie hoch ist dein Portfoliostand in Jahr 20 und 30?
  3. Definiere, welche konkreten Ausgabenkürzungen du vornehmen würdest, wenn das Portfolio in Jahr 5 um 30% vom ersten Tag an gefallen ist.
  4. Schreibe den Notfallplan, bevor du in Rente gehst, damit er nicht unter emotionalem Druck improvisiert werden muss.

Evidenz

Szenarioanalyse und Monte-Carlo-Simulation sind Standardwerkzeuge in der Ruhestandsplanung; ihr Wert ist gut etabliert darin, zu zeigen, dass Durchschnitte für sequenzielle Entnahmeprobleme über lange Horizonte irreführend sind. (mechanistic)

Historische Szenarien erfassen keine beispiellosen künftigen Bedingungen (z. B. anhaltende Deflation, Währungskrise). Monte Carlo stützt sich auf angenommene Renditeverteilungen, die das Tail-Risiko unterschätzen können.

Häufiger Fehler

Nur den Monte-Carlo-Durchschnittsfall laufen zu lassen und "95% Erfolgsquote" als persönliche Sicherheit zu lesen – die 5%-Ausfallszenarien sind spezifische historische Zeiträume, kein Zufallsrauschen.

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