Weg 5: Erst verstehen, dann verstanden werden

Mit der Absicht zuzuhören, zu verstehen, bevor du deinen eigenen Standpunkt machst.

Why it works

Die meisten Menschen hören mit der Absicht zu antworten und filtern das Gehörte durch den eigenen Rahmen – sie reagieren also auf eine missverstandene Version der anderen Person. Empathisches Zuhören, das die Bedeutung und das Gefühl des anderen widerspiegelt, bevor man den eigenen Standpunkt vorbringt, lässt die andere Person sich wirklich verstanden fühlen, was ihre Abwehrhaltung senkt und sie deutlich offener für deine Perspektive macht.

How to do it

  1. Zuhören, um die Bedeutung und Emotion der anderen Person zu erfassen, nicht um die eigene Erwiderung vorzubereiten.
  2. Zurückspiegeln, was du gehört hast („dir geht es also darum, dass...“) und bestätigen lassen, dass du es richtig verstanden hast.
  3. Erst wenn sie sich verstanden fühlt, deine eigene Sicht darlegen.

Evidenz

Gut vereinbar mit Kommunikations- und Beratungsforschung: Reflektierendes/empathisches Zuhören (verwurzelt in der Rogers'schen Praxis) verbessert Beziehungsqualität, wahrgenommenes Verstandenwerden und Offenheit für Einfluss. (clinical)

Reflektierendes Zuhören kann mechanisch oder manipulativ wirken, wenn es als Technik ohne echte Verstehensabsicht eingesetzt wird.

Quellen

  • Rogers, client-centered therapy and empathic/reflective listening

Häufiger Fehler

„Vorgetäuschtes“ empathisches Zuhören zu praktizieren – auf den eigenen Einsatz zu warten, während man so tut, als höre man zu – das spüren Menschen, und es untergräbt den ganzen Zweck.

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