Verpflichtungen fürs nächste Jahr als Experimente rahmen, nicht als Vorsätze

Ein 90-Tage-Experiment ist testbar und revidierbar; ein Vorsatz ist ein ungemessenes Versprechen, das entweder hält oder bricht.

Why it works

Vorsätze erzeugen einen binären Erfolg/Misserfolg-Rahmen, der Alles-oder-nichts-Denken erzeugt; ein einziger Ausrutscher liest sich als völliges Scheitern. Neue Verpflichtungen als zeitlich begrenzte Experimente zu rahmen ändert das Bewertungskriterium von „Habe ich das eingehalten“ zu „Was habe ich aus diesem Versuch gelernt“. Der Experiment-Rahmen fördert zudem Ehrlichkeit darüber, ob die Hypothese richtig war, statt einen Vorsatz zu verteidigen.

How to do it

  1. Für jede neue Verpflichtung aus der Rückschau eine Hypothese schreiben: „Wenn ich X für 90 Tage tue, erwarte ich, dass sich Y ändert.“
  2. Eine konkrete, verhaltensbezogene Metrik für X und ein beobachtbares Maß für Y festlegen.
  3. Einen 90-Tage-Check-in einplanen, um die Hypothese ehrlich zu bewerten.
  4. Beim Check-in aktualisieren: die Erkenntnis auf Basis der Evidenz bestätigen, verfeinern oder verwerfen.

Evidenz

Forschung zur Zielrahmung stützt den Wert von meisterschaftsorientierter (lernender) gegenüber leistungsorientierter (bestehen/durchfallen) Zielrahmung für nachhaltige Verhaltensänderung. Die Experiment-Rahmung ist eine Form der Meisterschaftsorientierung. (observational)

Die konkrete „Experiment“-Rahmung ist eine Praktiker-Anpassung; die breitere Meisterschaftsorientierungsforschung stützt den zugrunde liegenden Mechanismus.

Quellen

  • Dweck & Leggett (1988), goal orientation and behavior, Psychological Review

Häufiger Fehler

Experimente aufzustellen, ohne im Voraus zu definieren, wie Erfolg aussähe, was die Bewertung subjektiv macht und standardmäßig zu Rationalisierung statt ehrlicher Einschätzung führt.

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