Mehr Zeit auf „was lief nicht gut“ verwenden als auf das, was gut lief

Fehleranalyse enthält die verwertbarste Information in jeder ehrlichen Rückschau.

Why it works

Erfolgreiche Ergebnisse sind überbestimmt – viele Dinge trugen dazu bei, was die Zuschreibung erschwert. Gescheiterte Ergebnisse haben oft identifizierbarere einzelne Ursachen oder Muster, die, wenn geändert, ein anderes Ergebnis erzeugen würden. Menschliche Psychologie neigt standardmäßig dazu, bei Erfolg zu verweilen und Misserfolg herunterzuspielen; eine Struktur, die das umkehrt, erzeugt überproportional mehr Lernen pro Rückschau-Stunde.

How to do it

  1. Alles auflisten, was nicht gut lief, scheiterte, enttäuschte oder hinter den Erwartungen zurückblieb – einschließlich Dingen, die du initiiert hast, und solchen, die dir widerfahren sind.
  2. Für jeden Punkt eine ehrliche Ein-Satz-Ursache schreiben: keine Schuldzuweisung (an andere, Umstände), sondern der kontrollierbare Input, der fehlte oder falsch war.
  3. Punkte identifizieren, die auch in der Rückschau des Vorjahres auftauchten – Wiederkehr ist das Signal für unadressierte strukturelle Probleme.
  4. Für die Top drei eine konkrete Verhaltensverpflichtung schreiben, die das Ergebnis verhindert oder verändert hätte.

Evidenz

Die Nachbesprechung von Misserfolgen ist mit besserem Lernen in organisatorischen und individuellen Kontexten verbunden; strukturierte Nachbesprechungen sind wirksamer als unstrukturierte Reflexion. (observational)

Die umgekehrte Gewichtung auf Misserfolg ist Ferriss' Praktiker-Ratschlag; das allgemeine Prinzip, dass Fehleranalyse hochwertig ist, ist besser belegt als die konkrete „Mehr Zeit auf Misserfolg“-Gewichtung.

Quellen

  • Ellis & Davidi (2005), after-event reviews, Journal of Applied Psychology

Häufiger Fehler

Misserfolge externen Ursachen oder Umständen zuzuschreiben statt kontrollierbaren Inputs, was sich besser anfühlt, aber keine Verhaltensänderung fürs nächste Jahr erzeugt.

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