Die Fakten prüfen

Bevor du auf eine Emotion reagierst, frag, ob deine Interpretation der Situation wirklich zur Evidenz passt.

Why it works

Emotionen werden durch Interpretationen ausgelöst – was du glaubst, dass geschieht – nicht nur durch Ereignisse. Ist die Interpretation ungenau, ist die folgende Emotion ein Fehlalarm: real im Gefühl, falsch im Signal. Die Fakten systematisch zu prüfen untersucht, ob die Situation zur Geschichte passt, die die Emotion erzählt, und gibt dem präfrontalen Kortex die Chance, einen fehlfeuernden limbischen Alarm zu korrigieren, bevor er Verhalten steuert.

How to do it

  1. Benenne die Emotion und die Interpretation, die sie ausgelöst hat.
  2. Liste die tatsächlichen, beobachtbaren Fakten der Situation auf (was eine Kamera aufzeichnen würde).
  3. Frag: Passt die Emotion zu den Fakten, oder passt sie zu einer Geschichte, die ich hinzugefügt habe?
  4. Passt die Geschichte nicht zu den Fakten, nutze entgegengesetztes Handeln oder eine andere Regulationsfertigkeit.

Evidenz

Die Faktenprüfung wendet kognitive Umstrukturierung an – die Evidenz für eine Überzeugung zu prüfen –, die starke RCT-Unterstützung innerhalb der CBT hat. In DBT erfüllt sie dieselbe Funktion, wird aber als Emotionsregulationswerkzeug statt als Gedankenprotokoll gerahmt. (rct)

Kognitive Umstrukturierung ist bei Angst und Depression gut gestützt; die Faktenprüfung funktioniert am besten bei mäßigen Emotionen, nicht bei Krisenintensität, wo körperbasierte Fertigkeiten (TIPP) zuerst kommen.

Häufiger Fehler

Versuchen, die Fakten zu prüfen, während die Emotion auf dem Höhepunkt ist, wenn der präfrontale Kortex effektiv offline ist. Senke zuerst die Erregung (TIPP, getaktetes Atmen), dann prüfe.

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