Die Funktion der Emotion verstehen
Jede Emotion hat sich entwickelt, weil sie etwas Nützliches tut – lerne, was deine zu erreichen versucht.
Why it works
Emotionen sind kein Rauschen; sie sind schnelle Signalsysteme, die durch Evolution geformt wurden, um Handeln zu motivieren, mit anderen zu kommunizieren und zu kodieren, was zählt. Weißt du, welche Funktion eine Emotion erfüllt – Angst signalisiert Gefahr, Wut signalisiert Grenzverletzung, Trauer signalisiert Verlust –, kannst du bewerten, ob das Signal zu den Fakten passt, statt ihm automatisch zu gehorchen. Das Verständnis der Funktion reduziert auch Scham über das Gefühl, was die emotionale Intensität selbst senkt.
How to do it
- Benenne die Emotion so konkret wie möglich („Verlegenheit“, nicht nur „schlechtes Gefühl“).
- Frag: Wovor versucht mich diese Emotion zu schützen, was versucht sie zu kommunizieren oder wozu drängt sie mich?
- Trenne die Funktion (gültiges Signal) vom Impuls (automatische Handlung) – du kannst die erste ehren, ohne dem zweiten zu folgen.
- Achte darauf, ob das Signal zur aktuellen Situation passt oder aus einem alten Muster feuert.
Evidenz
Theorien zur Funktion von Emotionen sind in der affektiven Wissenschaft gut etabliert; die Rolle von Emotionen als Informations- und Handlungsbereitschaftssysteme ist grundlegend für DBT und CBT. Diese Rahmung wird klinisch gelehrt und durch die breitere DBT-Evidenzbasis gestützt. Linehans ursprüngliche randomisierte Studie und eine spätere Metaanalyse mit gemischten Effekten zeigen, dass DBT als Gesamtpaket, zu dem diese Fertigkeit gehört, zuverlässige Reduktionen von Selbstverletzung und emotionaler Dysregulation bewirkt. (clinical)
Der Schritt des Funktionsverständnisses ist klinisch fundiert, wird aber selten als eigenständige Studienvariable isoliert; die Evidenz für DBT als Paket ist stärker als für jede einzelne Komponente.
Quellen
- Linehan, M. M., Armstrong, H. E., Suarez, A., Allmon, D., & Heard, H. L. (1991). Cognitive-behavioral treatment of chronically parasuicidal borderline patients. Archives of General Psychiatry, 48(12), 1060–1064.
- Kliem, S., Kröger, C., & Kosfelder, J. (2010). Dialectical behavior therapy for borderline personality disorder: A meta-analysis using mixed-effects modeling. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 78(6), 936–951.
Häufiger Fehler
Jede Emotion als wahr und jeden Impuls als Befehl behandeln – die Funktion zählt, aber Intensität und Impuls müssen trotzdem gegen die Fakten geprüft werden.
Übe das mit IX Coach
More practices for DBT-Emotionsregulationsfertigkeiten, praktisch angewendet
- Emotionale Verletzlichkeit reduzieren (PLEASE)
Senke deine Grundreaktivität, indem du Schlaf, Essen, Bewegung und körperliche Gesundheit schützt.
- Positive Erfahrungen sammeln
Tue bewusst Dinge, die positive Emotionen erzeugen – und baue ein Reservoir auf, aus dem Leid schöpfen kann.
- Entgegengesetztes Handeln
Passt eine Emotion nicht zu den Fakten oder ist unhilfreich, handle ihrem Impuls entgegen – vollständig und mit ganzem Herzen.
- Emotionen nicht wertend beschreiben
Erzähle in klarer, sachlicher Sprache, was du fühlst – lass „Ich bin schrecklich, das zu fühlen“ weg.
- Achtsamkeit gegenüber der aktuellen Emotion
Beobachte die Emotion als vorbeiziehende Welle – ohne sie zu bewerten, zu nähren oder vor ihr zu fliehen.
- Die Fakten prüfen
Bevor du auf eine Emotion reagierst, frag, ob deine Interpretation der Situation wirklich zur Evidenz passt.
- Meisterschaft aufbauen
Tue jeden Tag etwas Herausforderndes, das dich fähig fühlen lässt.
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