Optionen generieren, bevor eine bewertet wird
Brainstormen Sie alle möglichen Wege, bevor Sie bewerten – dann engt die gecoachte Person, nicht der Coach, sie ein.
Why it works
Optionen während der Generierung zu bewerten, kollabiert den Optionsraum vorzeitig. Menschen unter Stress oder gewohnheitsmäßiger Rahmung bringen typischerweise nur zwei oder drei Optionen hervor und verwechseln diese enge Auswahl mit allen verfügbaren Wegen. Generierung von Bewertung zu trennen – und darauf zu bestehen, dass die gecoachte Person generiert, nicht der Coach – erzeugt mehr Optionen, ungewöhnlichere Optionen und höhere Verbindlichkeit gegenüber dem, was letztlich gewählt wird.
How to do it
- Fragen Sie: „Was könnten Sie tun? Was noch? Was, wenn es keine Beschränkungen gäbe?"
- Notieren Sie jede Option ohne zu bewerten – generieren Sie weiter, bis die Person wirklich leer ist.
- Fragen Sie erst, wenn die Liste voll ist: „Welche dieser Optionen fühlt sich für Sie am lebendigsten an?"
- Lassen Sie die gecoachte Person bewerten und eingrenzen – bieten Sie eine Perspektive nur an, wenn Sie direkt dazu eingeladen werden.
Evidenz
Brainstorming-Forschung zeigt, dass das Trennen von Generierung und Bewertung Menge und Neuartigkeit von Ideen erhöht. Forschung zur Selbstbestimmungstheorie stützt von der gecoachten Person selbst generierte Optionen als intrinsisch motivierender bei der Umsetzung. (mechanistic)
Die Evidenz zu Gruppen-Brainstorming ist gemischt (soziales Trittbrettfahren mindert die Gruppen-Menge); individuelles generatives Fragen wie bei GROW ist weniger untersucht, umgeht aber diese Gruppendynamiken.
Häufiger Fehler
Der Coach bietet während der Generierung eine Option an („haben Sie schon überlegt, ob …?") – das verschiebt die Urheberschaft auf den Coach und schließt oft den eigenen generativen Prozess der gecoachten Person vorzeitig.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das GROW-Coaching-Modell, praktisch angewendet
- Das Ziel präzise klären
Legen Sie genau fest, was die Person erreichen will – nicht das vorgetragene Thema, sondern das konkrete, selbst getragene Ergebnis.
- Die Realität mit neugieriger, nicht wertender Nachfrage abbilden
Bauen Sie ein genaues, konkretes Bild der aktuellen Situation, bevor Sie zu Lösungen springen.
- Eine konkrete Willens-Verbindlichkeit aufbauen
Wandeln Sie die gewählte Option in eine konkrete nächste Handlung mit Datum um und fragen Sie „was werden Sie tun?", nicht „was werden Sie versuchen?"
- Wirkungsvolle offene Fragen in jeder Stufe
Stellen Sie Fragen, die zum Denken einladen, nicht solche, die Antworten nahelegen – und fragen Sie mehr, als Sie sagen.
- Hindernis-Vorwegnahme vor dem Abschluss
Fragen Sie vor dem Ende: „Was könnte im Weg stehen?", und planen Sie die Reaktion vor.
- Die GROW-Schleife mit Sitzungsrückblick schließen
Überprüfen Sie zu Beginn der nächsten Sitzung, was zugesagt wurde und was tatsächlich passiert ist, bevor Sie ein neues Ziel setzen.