Das Gelassenheitsgebet als Praxisrahmen

Gelassenheit, Mut und Weisheit – die dreiteilige Diagnose, die das Gebet zu einer Praxis macht

Wie nutzt man das Gelassenheitsgebet als tägliches Werkzeug?

Das Gelassenheitsgebet – die Bitte um Gelassenheit, Unveränderliches zu akzeptieren, Mut, Veränderbares zu ändern, und Weisheit, den Unterschied zu erkennen – kodiert einen dreiteiligen kognitiven und verhaltensbezogenen Prozess: genaue Einordnung von Kontrolle, angemessenes Handeln oder Akzeptanz, und die Unterscheidungsfähigkeit zwischen beidem. Es geht der stoischen Kontrolldichotomie und ACTs Akzeptanz-Handlungs-Balance voraus und konvergiert mit ihnen sowie mit moderner Stressbewertungsforschung. Der Wert des Gebets liegt in seiner praktischen Diagnosefunktion, nicht nur als Wunsch.

Reinhold Niebuhr schrieb das Gelassenheitsgebet um 1932–34; bekannt wurde es vor allem durch die Übernahme bei den Anonymen Alkoholikern. Seine Beständigkeit kommt von seiner Präzision: Es adressiert die zwei Fehlmodi menschlicher Reaktion auf Widrigkeiten – zu versuchen, Unveränderliches zu ändern, und Veränderbares zu akzeptieren – und benennt das Unterscheidungsvermögen, das beide trennt. Als Praxis ist es keine passive Rezitation, sondern eine aktive Diagnose, die in Echtzeit angewendet wird.

Übungen

Übe das mit IX Coach

Übe das mit IX Coach

Verwandte Konzepte