Rückfall als vorhersehbaren Teil des Prozesses behandeln, nicht als Scheitern

Die meisten Menschen durchlaufen die Stadien mehrmals, bevor sie dauerhafte Veränderung erreichen – planen Sie dafür.

Why it works

Prochaska und DiClemente modellierten Veränderung ursprünglich linear; die Daten zeigten, dass Menschen wiederholt rückfällig werden, bevor sie die Aufrechterhaltung erreichen. Linearität zu erwarten lässt Rückfall katastrophal erscheinen, was zu schuldgetriebenem Aufgeben statt Wiedereinstieg führt. Jeden Zyklus als Lernschleife zu rahmen reduziert die Scham, die Rückfall dauerhaft macht.

How to do it

  1. Benennen Sie, bevor Sie beginnen, Ihr wahrscheinlichstes Rückfallszenario und schreiben Sie es ohne Urteil auf.
  2. Wenn Sie ausrutschen, identifizieren Sie, welches Stadium Sie erneut betreten haben (meist Überlegung, nicht Vorüberlegung).
  3. Notieren Sie, was den Rückfall konkret ausgelöst hat – diese Information ist das wichtigste Ergebnis des Scheiterns.
  4. Kehren Sie mit dem Gelernten in das Handlungsstadium zurück, nicht mit einem kompletten Neustart bei null.

Evidenz

TTM-Verlaufsdaten zeigen durchgängig, dass viele Menschen die Stadien mehrfach durchlaufen. Das ist ein beobachtetes Muster über Rauchentwöhnungs- und Gewichtsmanagement-Forschung hinweg. (observational)

Das Spiralmodell ist beschreibend, nicht vorschreibend – es bildet genau ab, was üblicherweise geschieht, doch es zu kennen verkürzt den Zyklus nicht automatisch.

Quellen

  • Prochaska, DiClemente & Norcross (1992), "In search of how people change", American Psychologist

Häufiger Fehler

Nach einem Rückfall komplett bei Tag eins neu beginnen und dabei die aufgebaute Automatik und Identitätsevidenz verwerfen, die den Ausrutscher überstanden hat.

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