Aufblühen messen, nicht nur Glück
Frag dich regelmäßig: Blühe ich als Mensch auf – nutze ich meine Fähigkeiten gut – oder fühle ich mich nur okay?
Why it works
Eudaimonia (oft mit Aufblühen oder Wohlergehen übersetzt) ist Aristoteles' Maßstab für ein gutes Leben, und sie unterscheidet sich von hedonischem Vergnügen oder Abwesenheit von Leid. Sie erfordert die Verwirklichung menschlicher Fähigkeiten – für Vernunft, für Tugend, für tiefe Beziehung, für bedeutungsvolle Arbeit. Sich am eudaimonischen statt am hedonischen Maßstab zu messen, lenkt die Aufmerksamkeit von „Bin ich bequem?“ zu „Werde ich etwas?“ – was anders und nachhaltiger motiviert.
How to do it
- Schreib: „Nach eudaimonischem Maßstab – nutze ich meine Fähigkeiten in diesem Zeitraum gut?“
- Bewerte jeden Bereich: Tugend, bedeutungsvolle Arbeit, tiefe Beziehungen, intellektuelles Wachstum.
- Identifiziere den am meisten vernachlässigten Bereich, nicht den unangenehmsten.
- Setz ein eudaimonisches Ziel für den nächsten Monat, das um Verwirklichung geht, nicht um Komfort.
Evidenz
Eudaimonische Wohlbefindensmaße (im Unterschied zu hedonischen Maßen) sagen in Längsschnittforschung größeres anhaltendes Engagement, Sinn und Resilienz voraus; die Unterscheidung zwischen eudaimonischem und hedonischem Wohlbefinden ist empirisch validiert. Ryan und Decis (2001) Review des Feldes konsolidiert die Evidenz, dass eudaimonisches und hedonisches Wohlbefinden trennbare Konstrukte mit unterschiedlichen Vorläufern und Folgen sind, was die Wahl stützt, Aufblühen statt bloßem angenehmem Gefühl zu messen. (observational)
Eudaimonische Maße sagen Ergebnisse voraus, aber die Kausalitätsrichtung ist nicht etabliert; eudaimonische Rahmung als Planungswerkzeug zu nutzen, ist eine prinzipielle Erweiterung der korrelativen Evidenz.
Quellen
- Ryff, C.D. & Singer, B. (1998), The contours of positive human health, Psychological Inquiry
- Ryff, C. D., & Singer, B. (1998). The contours of positive human health. Psychological Inquiry, 9(1), 1-28.
- Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2001). On happiness and human potentials: A review of research on hedonic and eudaimonic well-being. Annual Review of Psychology, 52, 141-166.
Häufiger Fehler
Auf Komfort zu optimieren und es Aufblühen zu nennen – und sich dann zu fragen, warum sich ein bequemes Leben hohl anfühlt.
Übe das mit IX Coach
More practices for Tugendethik, ganz praktisch
- Die Tugenden identifizieren, die du am meisten kultivieren musst
Benenne die drei Charaktereigenschaften, deren Fehlen dich am meisten einschränkt – das sind deine Übungsziele.
- Tugend durch bewusste Habituation kultivieren
Tu die tugendhafte Handlung – auch unvollkommen, auch ohne das Gefühl –, bis die Disposition folgt.
- Dein Leben als Erzählung sehen, nicht als Abfolge von Entscheidungen
Frag dich: Welche Geschichte lebe ich, und spiegelt sie den Charakter, den ich aufbauen möchte?
- Deine Tugenden in eine Praxisgemeinschaft einbetten
Die Tugenden, die für Exzellenz in einer ernsthaften Praxis (Handwerk, Sport, Beziehung) nötig sind, sind echte Tugenden – finde die Praxis, die sie hervorruft.
- Tugenden als vernetzt üben, nicht getrennt
Wenn eine Tugend abwesend erscheint, such nach der verwandten Tugend, die ebenfalls vernachlässigt wird.
- Vorbilder bewusst wählen und studieren
Wähle eine konkrete Person, deren Charakter in einem bestimmten Bereich du verinnerlichen möchtest, und studiere, wie sie handelt – nicht nur, was sie sagt.
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