Deine Tugenden in eine Praxisgemeinschaft einbetten
Die Tugenden, die für Exzellenz in einer ernsthaften Praxis (Handwerk, Sport, Beziehung) nötig sind, sind echte Tugenden – finde die Praxis, die sie hervorruft.
Why it works
MacIntyre argumentiert, dass Tugenden am besten innerhalb von „Praktiken“ entwickelt werden – kohärenten, komplexen Formen von Tätigkeit mit internen Exzellenzstandards, wie Medizin, Schach, Landwirtschaft oder Elternschaft. Eine Praxis konfrontiert dich mit Standards, die du nicht erfunden hast, die deinen Abkürzungen widerstehen und die Tugenden erfordern, um ihnen zu begegnen. Tugenden, die innerhalb einer Praxis entwickelt werden, sind echt – nicht für soziale Anerkennung performt, sondern gegen echten Widerstand geprüft.
How to do it
- Identifiziere eine ernsthafte Praxis in deinem Leben mit echten internen Exzellenzstandards – eine, bei der Qualität nicht von dir definiert wird.
- Benenne die Tugenden, die die Praxis erfordert (Ehrlichkeit, Geduld, Präzision, Mut).
- Engagiere dich bewusst mit den schwierigsten Teilen der Praxis – jenen, die die Tugenden erfordern –, statt in bequemer Kompetenz zu bleiben.
- Lass die Praxis dir Feedback über deinen Charakter geben, das du dir selbst nicht ausdenken würdest.
Evidenz
Dies ist ein philosophischer Rahmen (MacIntyre), keine empirisch geprüfte Intervention; Forschung zu bewusster Übung und Expertenentwicklung stützt die Idee, dass ernsthafte Praxis mit echten Standards robustere Fähigkeiten und Dispositionen aufbaut als Übung ohne Standards. (mechanistic)
Ericssons bewusste Übung betrifft Fertigkeit, nicht Tugend; die Übertragung auf Charakterentwicklung ist eine MacIntyre'sche Extrapolation, keine direkt geprüfte Behauptung.
Quellen
- Ericsson, K.A. et al. (1993), The role of deliberate practice in the acquisition of expert performance, Psychological Review
- Ericsson, K. A., Krampe, R. Th., & Tesch-Römer, C. (1993). The role of deliberate practice in the acquisition of expert performance. Psychological Review, 100(3), 363-406.
Häufiger Fehler
Sich nur dort in eine Praxis einzubringen, wo man bereits kompetent ist, was keinen Widerstand und damit keine Charakterentwicklung bietet.
Übe das mit IX Coach
More practices for Tugendethik, ganz praktisch
- Die Tugenden identifizieren, die du am meisten kultivieren musst
Benenne die drei Charaktereigenschaften, deren Fehlen dich am meisten einschränkt – das sind deine Übungsziele.
- Tugend durch bewusste Habituation kultivieren
Tu die tugendhafte Handlung – auch unvollkommen, auch ohne das Gefühl –, bis die Disposition folgt.
- Dein Leben als Erzählung sehen, nicht als Abfolge von Entscheidungen
Frag dich: Welche Geschichte lebe ich, und spiegelt sie den Charakter, den ich aufbauen möchte?
- Aufblühen messen, nicht nur Glück
Frag dich regelmäßig: Blühe ich als Mensch auf – nutze ich meine Fähigkeiten gut – oder fühle ich mich nur okay?
- Tugenden als vernetzt üben, nicht getrennt
Wenn eine Tugend abwesend erscheint, such nach der verwandten Tugend, die ebenfalls vernachlässigt wird.
- Vorbilder bewusst wählen und studieren
Wähle eine konkrete Person, deren Charakter in einem bestimmten Bereich du verinnerlichen möchtest, und studiere, wie sie handelt – nicht nur, was sie sagt.
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