Den katastrophisierenden Gedanken entschärfen
Dem „was wäre wenn“ mit einem neutralen „na und / wie auch immer“ begegnen, statt zu argumentieren oder es zu glauben.
Why it works
Angst eskaliert, wenn ein beängstigender Gedanke als dringend und glaubwürdig behandelt wird, was Aufmerksamkeit und Bedrohungsbewertung darauf lenkt. Entschärfen schafft Distanz: Man bemerkt den Gedanken als bloßen Gedanken, nicht als Tatsache oder Befehl, sodass er die Ladung verliert, die die Spirale antreibt. Das ist derselbe Hebel, den kognitive Defusion in der akzeptanzbasierten Arbeit nutzt.
How to do it
- Kommt ein „was wäre wenn“, mit einem flachen „wie auch immer“ oder „soll sein“ antworten statt mit Beruhigung.
- Nicht mit dem Gedanken debattieren oder Gewissheit suchen — das hält ihn im Mittelpunkt.
- Den Gedanken vorbeiziehen lassen, während man die Aufmerksamkeit zurück zur aktuellen Tätigkeit lenkt.
Evidenz
Entschärfen deckt sich mit kognitiver Defusion in der Akzeptanz- und Commitment-Arbeit, wo Gedanken locker zu halten statt gegen sie zu kämpfen mit verringertem Leidensdruck verbunden ist. (mechanistic)
Das DARE-Branding ist Praktikerrahmung; das zugrunde liegende Akzeptanz-/Defusionsprinzip ist breiter gestützt, und die Effekte variieren je nach Person und Übung.
Quellen
- Masuda, A., Hayes, S. C., Sackett, C. F., & Twohig, M. P. (2004). Cognitive defusion and self-relevant negative thoughts: Examining the impact of a ninety year old technique. Behaviour Research and Therapy, 42(4), 477-485.
- A-Tjak, J. G. L., Davis, M. L., Morina, N., Powers, M. B., Smits, J. A. J., & Emmelkamp, P. M. G. (2015). A meta-analysis of the efficacy of acceptance and commitment therapy for clinically relevant mental and physical health problems. Psychotherapy and Psychosomatics, 84(1), 30-36.
Häufiger Fehler
Versuchen, durch Herunterargumentieren des Gedankens oder Suchen von Beruhigung zu entschärfen — das ist nur getarnter Widerstand und hält den Gedanken wichtig.
Übe das mit IX Coach
More practices for Die DARE-Reaktion auf Angst, praktisch umgesetzt
- Die Empfindungen ohne Widerstand zulassen
Die körperlichen Gefühle von Angst da sein lassen, statt sich dagegen zu stemmen.
- Auf das Gefühl zulaufen
Aktiv mehr von der Angst einladen, statt nervös darauf zu warten, dass sie vergeht.
- Sich auf den gegenwärtigen Moment einlassen
Sobald die Schärfe nachlässt, die Aufmerksamkeit vollständig auf eine Tätigkeit oder die Umgebung lenken.
- Die Sicherheitsverhaltensweisen loslassen
Die kleinen Vermeidungen und Krücken loslassen, die man nutzt, um sich vor Angst „sicher“ zu fühlen.
- Die Reaktion üben, bevor man sie braucht
Die vier Schritte in Momenten mit geringem Einsatz erlernen und üben, sodass sie unter Druck verfügbar sind.