Selbstsicher wirken, auch wenn man sich nicht so fühlt
Blickkontakt, gleichmäßige Stimme und aufrechte Haltung halten — Selbstsicherheit wird gezeigt, bevor sie gefühlt wird.
Why it works
Nonverbale Signale — Stimmton, Haltung, Blickkontakt, Tempo — kommunizieren ebenso viel wie Worte, oft mehr. Eine zögerliche Vortragsweise untergräbt den Inhalt einer direkten Bitte und signalisiert Ambivalenz, die die andere Person liest und darauf reagiert. Bewusst selbstsichere nonverbale Signale anzunehmen erfordert nicht, sich zuerst selbstsicher zu fühlen: Das Zeigen von Selbstsicherheit durch Haltung und Stimmton wirkt über propriozeptive und interozeptive Kanäle auf das subjektive Selbstvertrauen zurück.
How to do it
- Vor dem Gespräch ein paar tiefe Atemzüge nehmen und die Haltung bewusst festigen.
- In moderatem Tempo sprechen — sowohl schneller als auch langsamer als üblich signalisieren beide Angst.
- Während der Behauptung selbst Blickkontakt halten, auch wenn man in anderen Momenten wegschaut.
- Aufsteigende Betonung am Ende von Bitten vermeiden, die Aussagen in Fragen verwandelt.
Evidenz
Forschung zu nonverbaler Kommunikation zeigt durchgängig, dass Haltung, Stimmton und Blickkontakt die Wahrnehmung von Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit durch die zuhörende Person beeinflussen. Es gibt auch Evidenz, dass selbstsichere Körperhaltung das subjektive Selbstvertrauen erhöhen kann, obwohl die spezifische „Power-Posing“-Behauptung Replikationsprobleme hatte. (observational)
Das nonverbale Signalisieren von Selbstsicherheit ist robust gestützt; die Behauptung, dass Haltung interne hormonelle Verschiebungen verursacht (Power Posing), hat sich nicht verlässlich repliziert. Der praktische Rat hier stützt sich auf das Signalisieren, nicht die hormonelle Behauptung.
Quellen
Häufiger Fehler
Sich für die Bitte entschuldigen, während man sie stellt („tut mir leid, dass ich störe, aber …“) — das kommuniziert, dass die Bitte eine Zumutung ist, bevor die andere Person sie überhaupt gehört hat.
Übe das mit IX Coach
More practices for DEAR MAN: DBTs Fähigkeit, effektiv um das zu bitten, was man will
- Die Situation mit beobachtbaren Fakten beschreiben
Sagen, was tatsächlich passiert ist — nur die beobachtbaren Fakten, ohne Deutung.
- Gefühle mit Ich-Aussagen ausdrücken
Sagen, wie die Situation einen betrifft — „ich fühle …“ statt „du machst mich …“
- Die eigene Bitte oder Ablehnung direkt und konkret behaupten
Genau um das bitten, was man will, oder nein sagen — ohne Zögern, Andeuten oder Verstecken der Bitte.
- Verstärken, indem man den Nutzen für die andere Person erklärt
Der anderen Person sagen, was für sie dabei herausspringt — oder wie das positive Ergebnis für euch beide aussieht.
- Achtsam beim eigenen Ziel bleiben, wenn das Gespräch schwierig wird
Immer wieder zum eigenen Ziel zurückkehren und sich nicht in Nebenstreitigkeiten oder emotionale Spiralen ziehen lassen.
- Verhandeln: das eigene Minimum kennen und zu Geben und Nehmen bereit sein
Im Voraus entscheiden, was man kurz vor der vollen Bitte noch akzeptieren würde, und bereit sein, im Gegenzug etwas anzubieten.
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