Die eigene Bitte oder Ablehnung direkt und konkret behaupten
Genau um das bitten, was man will, oder nein sagen — ohne Zögern, Andeuten oder Verstecken der Bitte.
Why it works
Indirekte Bitten („es wäre schön, wenn …“) oder versteckte Ablehnungen („ich bin gerade ziemlich beschäftigt, aber vielleicht …“) scheitern, weil die andere Person sie tatsächlich übersehen kann, und dann bleiben beide Seiten ohne Klärung. Eine direkte, konkrete Behauptung gibt der anderen Person etwas Konkretes, worauf sie reagieren kann. Konkretheit verringert Mehrdeutigkeit, die die andere Person ausnutzen kann („mir war nicht klar, dass du das meintest“), und verringert die Angst der sprechenden Person, ob die Botschaft ankam.
How to do it
- Die konkrete Bitte oder Ablehnung in klarer Sprache formulieren: „Ich möchte, dass du …“ oder „Ich kann nicht …“
- Es kurz halten — die Bitte sollte ein Satz sein.
- Qualifizierer vermeiden, die die Behauptung untergraben: „vielleicht“, „wenn es nicht zu viel Mühe macht“, „wann immer du Zeit hast“ (außer man meint sie wirklich).
Evidenz
Selbstbehauptung ist über mehrere Forschungstraditionen hinweg mit verbesserten Ergebnissen in Verhandlung und zwischenmenschlicher Konfliktlösung verbunden. Direkte Bitten erzeugen über ein breites Spektrum sozialer Situationen hinweg klarere Ergebnisse als indirekte. (observational)
Der kulturelle Kontext ist bedeutsam: Direktheit, die in einem kulturellen Umfeld als selbstbewusst gelesen wird, liest sich in einem anderen als aggressiv oder unhöflich; entsprechend kalibrieren.
Quellen
Häufiger Fehler
Behaupten und dann sofort die Behauptung aus Unbehagen abschwächen („ich möchte, dass du das änderst, aber es liegt ganz bei dir, wie du willst“) — was Bitte und Rücknahme gleichzeitig sendet.
Übe das mit IX Coach
More practices for DEAR MAN: DBTs Fähigkeit, effektiv um das zu bitten, was man will
- Die Situation mit beobachtbaren Fakten beschreiben
Sagen, was tatsächlich passiert ist — nur die beobachtbaren Fakten, ohne Deutung.
- Gefühle mit Ich-Aussagen ausdrücken
Sagen, wie die Situation einen betrifft — „ich fühle …“ statt „du machst mich …“
- Verstärken, indem man den Nutzen für die andere Person erklärt
Der anderen Person sagen, was für sie dabei herausspringt — oder wie das positive Ergebnis für euch beide aussieht.
- Achtsam beim eigenen Ziel bleiben, wenn das Gespräch schwierig wird
Immer wieder zum eigenen Ziel zurückkehren und sich nicht in Nebenstreitigkeiten oder emotionale Spiralen ziehen lassen.
- Selbstsicher wirken, auch wenn man sich nicht so fühlt
Blickkontakt, gleichmäßige Stimme und aufrechte Haltung halten — Selbstsicherheit wird gezeigt, bevor sie gefühlt wird.
- Verhandeln: das eigene Minimum kennen und zu Geben und Nehmen bereit sein
Im Voraus entscheiden, was man kurz vor der vollen Bitte noch akzeptieren würde, und bereit sein, im Gegenzug etwas anzubieten.
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