Den Boden bereiten: erst die Beschützer ins Boot holen

Hol dir vor jeder Annäherung an einen verbannten Teil ausdrückliche Erlaubnis von den Beschützern, die ihn bewachen.

Why it works

Beschützer existieren, um zu verhindern, dass der von Verbannten getragene Schmerz das System überwältigt. An ihnen vorbeizueilen, um den verwundeten Teil zu erreichen, wiederholt die ursprüngliche Dynamik, dass ihr Schmerz ignoriert wird — und lehrt die Beschützer, dass sich öffnen gefährlich ist. Zuerst mit ihrer Zustimmung zu arbeiten bewirkt das Gegenteil: Es baut das Vertrauen auf, das die Beschützer bereit macht, lange genug beiseitezutreten, damit die Entlastung sicher geschehen kann.

How to do it

  1. Wenn du einen verwundeten Teil spürst, halte inne und frag zuerst: „Gibt es Teile, die besorgt sind, dass ich dorthin gehe?“
  2. Wenn ja, wende dich diesen Beschützern mit Wertschätzung zu: „Ich sehe, dass du besorgt bist. Wovor hast du Angst, dass es passieren würde?“
  3. Arbeite mit dem Beschützer, bis er ausdrücklich zustimmt, dass er bereit ist, dich an den Verbannten heranzulassen.
  4. Erst dann wende dich langsam dem verwundeten Teil zu.

Evidenz

Das Prinzip, zuerst mit Abwehrmechanismen zu arbeiten, bevor verletzliches Material angegangen wird, steht im Einklang mit breit gestützten Prinzipien traumasensibler Versorgung; die konkrete IFS-Beschützer-zuerst-Abfolge ist ein klinisches Protokoll mit wachsender Evidenz. (mechanistic)

Traumasensible Abfolge hat allgemeine klinische Stütze; der IFS-spezifische Beschützer-Erlaubnis-Schritt ist ein klinisches Modell, kein unabhängig validiertes Verfahren.

Häufiger Fehler

Einen Beschützer übergehen, weil er sich hinderlich anfühlt. Ein Beschützer, der nicht zugestimmt hat beiseitezutreten, unterbricht die Entlastung, manchmal mit Überflutung oder abruptem Abschalten.

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