Deine Veränderungsimmunität kartieren
Die verborgenen konkurrierenden Verpflichtungen finden, die eine gewünschte Veränderung blockieren.
Why it works
Kegans und Laheys "Immunity to Change"-Modell besagt, dass die meisten anhaltenden Veränderungsblockaden keine Motivationsdefizite sind, sondern strukturelle: Die Person hält eine konkurrierende Verpflichtung, die die Veränderung bedrohlich erscheinen lässt. Die Immunitätskarte macht diese Struktur sichtbar. Wer sich mehr zu Wort melden will, aber (unsichtbar) auch gemocht werden muss, kann sich nicht einfach entscheiden, sich zu äußern – er muss die konkurrierende Verpflichtung sehen und die zugrunde liegende Annahme untersuchen.
How to do it
- Benenne ein wichtiges Verhalten, das du ändern möchtest, aber nicht geändert hast. Das ist dein Verbesserungsziel.
- Liste auf, was du stattdessen tatsächlich tust (die immunen Verhaltensweisen). Sei konkret und ehrlich.
- Frage: "Was befürchte ich, würde passieren, wenn ich diese Verhaltensweisen aufgäbe?" Die Befürchtungen weisen auf verborgene Verpflichtungen hin.
- Formuliere die verborgene Verpflichtung: "Ich bin auch verpflichtet zu _____." Untersuche nun die große Annahme darunter.
- Entwirf ein kleines, sicheres Experiment, um zu testen, ob das befürchtete Ergebnis wirklich so katastrophal ist, wie das Immunsystem vorhersagt.
Evidenz
Das Immunity-to-Change-Rahmenwerk wurde in organisationalen und Coaching-Kontexten eingesetzt und in angewandten Studien getestet. Eine Studie fand, dass es bedeutsame Veränderung bei zuvor festgefahrenen Zielen bewirkte. Eine Studie zu Bildungsführungskräften dokumentierte, wie das Aufdecken und Überwinden ihrer Immunitäten Verhalten veränderte, das gewöhnlicher Fortbildung widerstanden hatte. (observational)
Die Evidenzbasis besteht primär aus Praxisberichten, Fallstudien und begrenzter angewandter Forschung; sie wurde nicht in randomisierten kontrollierten Studien getestet.
Quellen
- Kegan & Lahey (2009), Immunity to Change (Harvard Business Review Press)
- Helsing, D., Howell, A., Kegan, R., & Lahey, L. (2008). Putting the "Development" in Professional Development: Understanding and Overturning Educational Leaders' Immunities to Change. Harvard Educational Review, 78(3), 437–465.
Häufiger Fehler
Befürchtungen aufzulisten, die eigentlich nur Hindernisse sind, keine konkurrierenden Verpflichtungen – eine konkurrierende Verpflichtung ist etwas, das du wirklich schützt, nicht nur etwas Schwieriges.
Übe das mit IX Coach
More practices for Kegans Subjekt-Objekt-Theorie, praktisch erklärt
- Ein Subjekt-Objekt-Audit durchführen
Erkennen, was einen derzeit unbewusst beherrscht, im Unterschied zu dem, was man betrachten und hinterfragen kann.
- Die große Annahme hinter deiner Immunität testen
Ein kleines Experiment entwerfen, um zu prüfen, ob die Annahme, die dich feststeckt, wirklich zutrifft.
- Perspektivwechsel dritter Ordnung üben
Aus deinen Beziehungen und sozialen Rollen heraustreten, um sie als eine Perspektive zu sehen, nicht als deine Identität.
- Deinen eigenen inneren Kompass für Entscheidungen entwickeln
Ein persönliches Wertesystem aufbauen, das Entscheidungen unabhängig von sozialer Zustimmung leitet.
- Technische Probleme von adaptiven Herausforderungen unterscheiden
Probleme, die du mit vorhandenem Fachwissen lösen kannst, von solchen trennen, die eine eigene Veränderung erfordern.
- Entwicklungsfeedback suchen, nicht nur Leistungsfeedback
Um Feedback bitten, das deine Annahmen darüber, wie du siehst, hinterfragt – nicht nur, wie du performst.
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