Baue eine kohärente Erzählung des Geschehenen auf

Erzähl die Geschichte des schwierigen Ereignisses so, dass sie Sinn ergibt – Kohärenz reduziert Leid, selbst wenn das Ereignis selbst nicht rückgängig gemacht werden kann.

Why it works

Narrative Verarbeitungsforschung (Pennebaker; McAdams) zeigt, dass das Konstruieren einer kohärenten Darstellung eines schwierigen Ereignisses Leid reduziert – teils indem es dessen aufdringlichen Charakter mindert, teils indem es das Ereignis in die fortlaufende Lebensgeschichte integriert. Eine kohärente Erzählung reduziert die Sinndiskrepanz, weil das Ereignis kein Fremdkörper mehr ist – es hat einen Platz in der Geschichte, wenn auch einen schmerzhaften. Inkohärenz (das Ereignis als etwas, das schlicht „nicht passt“) ist selbst belastend, unabhängig von seinem Inhalt.

How to do it

  1. Schreib oder sprich die Erzählung des Geschehenen – vom Anfang bis dorthin, wo du jetzt stehst –, ohne sie beim Erzählen zu bewerten.
  2. Überarbeite sie dann: Such nach Momenten von Handlungsfähigkeit, Verbindung oder Lernen, die der Geschichte über das bloß Geschehene hinaus Struktur geben.
  3. Identifiziere, wo die Geschichte gerade endet und wohin du willst, dass sie sich von hier aus entwickelt.
  4. Kehre in Abständen zur Erzählung zurück und aktualisiere sie, wenn neue Informationen oder Verarbeitung ändern, was sie bedeutet.

Evidenz

Forschung zu expressivem Schreiben zeigt Reduktionen gesundheitlicher Symptome und Leid nach strukturierter narrativer Verarbeitung; Forschung zu narrativer Identität zeigt, dass kohärente Lebensgeschichten mit Wohlbefinden korrelieren. (observational)

Effekte expressiven Schreibens sind moderat und variabel; narrative Konstruktion ist am nützlichsten, wenn sie sich auf Kohärenz und Integration zubewegt, statt in roher emotionaler Verarbeitung zu verharren.

Quellen

  • Pennebaker & Beall (1986), "Confronting a traumatic event", Journal of Abnormal Psychology
  • McAdams (2001), "The psychology of life stories", Review of General Psychology

Häufiger Fehler

Die Erzählung beim Ereignis enden zu lassen, statt sie bis in die Gegenwart und darüber hinaus fortzuführen – ein Ereignis ohne Fortsetzung ist schwerer zu integrieren als eines, das Teil einer fortlaufenden Geschichte geworden ist.

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