Mit Fragen herausfordern, nicht mit Schlussfolgerungen

Multipliers geben Menschen einen Berg zu erklimmen; Diminishers sagen ihnen, welchen Schritt sie als Nächstes machen sollen.

Why it works

Jemandem eine Schlussfolgerung zu geben entfernt die kognitive Arbeit — und die Eigentümerschaft und das Lernen —, die mit dem eigenen Erreichen einhergeht. Jemandem eine Herausforderung zu geben, die er selbst lösen muss, aktiviert den Generierungseffekt: Der Prozess, sich zu einer Antwort durchzuringen, baut sowohl Fähigkeit als auch Bindung an das Ergebnis auf. Multipliers stellen zudem Fragen, die das Denken erweitern („Haben Sie X in Betracht gezogen?"), statt Fragen, die Wissen abprüfen („Wissen Sie X?"), was den intellektuellen Schwerpunkt bei der anderen Person hält.

How to do it

  1. Wenn Sie die Antwort kennen, stattdessen fragen: „Was denken Sie, sollten wir hier tun, und warum?"
  2. Herausforderungen als Fragen mit echter Ungewissheit rahmen: „Ich weiß nicht, wie X zu lösen ist — ich glaube, Sie könnten es."
  3. Menschen Probleme geben, die leicht über ihrem aktuellen Niveau liegen; die Lücke erzeugt Wachstum, keine Angst.
  4. Leitende Fragen (die Denken öffnen) von Fangfragen (die Wissen testen) unterscheiden — Multipliers nutzen erstere.

Evidenz

Forschung zu „erwünschten Schwierigkeiten" (Bjork) zeigt, dass Herausforderungen leicht über dem aktuellen Fähigkeitsniveau schnelleres Lernen erzeugen als Aufgaben innerhalb des aktuellen Kompetenzniveaus. Wisemans Challenger-Disziplin überträgt dies auf Führung: das fordernde Problem geben, nicht das gelöste. (mechanistic)

Erwünschte Schwierigkeiten sind in der Lernforschung dokumentiert; die Anwendung auf das Setzen von Führungsherausforderungen ist mechanistisch schlüssig, aber nicht direkt in Managementstudien getestet. Herausforderungen, die zu weit über dem aktuellen Niveau liegen, erzeugen Frustration statt Wachstum.

Quellen

  • Bjork (1994), Memory and metamemory considerations in the training of human beings, in Metacognition: Knowing About Knowing (MIT Press)

Häufiger Fehler

Jemandem eine Herausforderung geben, ohne ausreichende Ressourcen, Unterstützung oder Sicherheit, um scheitern zu dürfen — die Herausforderung wirkt nur, wenn die Person genug Zuversicht und Rückhalt hat, um etwas zu versuchen, bei dem sie sich irren könnte.

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