Alternative Verläufe für vergangene Ergebnisse generieren

Für jeden vergangenen Erfolg oder Misserfolg zwei oder drei plausible alternative Verläufe konstruieren, die zu einem anderen Ergebnis hätten führen können.

Why it works

Der Erzähltrugschluss lässt Ergebnisse rückblickend unvermeidlich erscheinen: Sobald man weiß, wie es ausging, scheint der Weg dorthin der einzig mögliche gewesen zu sein. Kontrafaktische Überlegungen zu generieren — „Welche plausiblen Unterschiede in den Bedingungen hätten ein anderes Ergebnis erzeugt?" — schwächt die wahrgenommene Unvermeidlichkeit, indem sichtbar gemacht wird, dass es viele mögliche Wege gab, von denen die meisten nicht nur von den Faktoren abhingen, die Ihre Erzählung hervorhebt.

How to do it

  1. Ein vergangenes Ergebnis wählen (Geschäftserfolg, Projektmisserfolg, persönlicher Gewinn oder Verlust).
  2. Zwei plausible alternative Verläufe konstruieren: „Wenn X anders gewesen wäre, hätte das Ergebnis Y sein können."
  3. Fragen, welche Faktoren in den Kontrafaktiken unter irgendjemandes Kontrolle standen und welche Zufall waren.

Evidenz

Kontrafaktisches Denken ist ein gut erforschtes kognitives Phänomen. Forschung von Kahneman und Miller (1986) zu kontrafaktischem Schließen und von Roese (1997) zu dessen Funktionen zeigt, dass das Generieren von Alternativen kausales Schließen verbessert, indem es die wahrgenommene Einzigartigkeit des tatsächlichen Verlaufs schwächt. (observational)

Quellen

  • Roese (1997), "Counterfactual Thinking," Psychological Bulletin

Häufiger Fehler

Nur Kontrafaktiken zu generieren, die das Ergebnis noch sicherer erscheinen lassen („es wäre sowieso passiert") statt Kontrafaktiken, die echte Kontingenz offenbaren.

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