Für den vollständigen Bogen in der Situation bleiben

Verlasse die Situation erst, nachdem die Attacke ihren Höhepunkt erreicht hat und abzuklingen beginnt – nicht mittendrin, egal wie stark der Drang ist.

Why it works

Während des Höhepunkts zu gehen ist das definierende aufrechterhaltende Verhalten bei Panikstörung: Es bringt sofortige Erleichterung (negative Verstärkung) und lehrt gleichzeitig das Gehirn, dass die Flucht die Erleichterung verursachte – wodurch der Glaube 'ich muss fliehen, sonst passiert etwas Schreckliches' zementiert wird. Bis zum natürlichen Abklingen zu bleiben erzwingt das korrigierende Lernen: Überleben ohne Flucht.

How to do it

  1. Identifiziere, wenn der Fluchtdrang am stärksten ist, einen Erdungsanker (einen Stuhl, eine Wand) und bleibe in Kontakt damit.
  2. Erinnere dich: 'Der Drang zu gehen ist ein Panik-Symptom, keine Information über Gefahr.'
  3. Setze ein minimales Ziel: bleib die nächsten zwei Minuten. Dann noch zwei mehr.
  4. Verlasse die Situation erst, wenn dein Stress im Abklingen ist, nicht auf dem Höhepunkt.

Evidenz

Flucht und Vermeidung sind die primären verhaltensbezogenen Aufrechterhaltungsmechanismen bei Panikstörung; Exposition mit Reaktionsverhinderung (nicht gehen) ist ein Eckpfeiler der KVT für Panik mit starker RCT-Evidenz. (rct)

Bleiben erfordert echte Sicherheit – bleib nicht in einer Situation mit tatsächlicher physischer Gefahr. Panikattacken beinhalten per Definition keine echte physische Gefahr, aber dies muss bei erstmaligen Episoden ärztlich abgeklärt werden.

Quellen

  • Barlow et al. (2000), cognitive-behavioral therapy for panic disorder, Journal of the American Medical Association

Häufiger Fehler

'Geblieben, bis es vorbei war' als 'erfolgreich etwas Schreckliches verhindert' zu interpretieren – das schreibt das Abklingen der Wachsamkeit statt dem natürlichen Bogen zu und erhält die Angst aufrecht.

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