Interozeptive Exposition bei Panik
Panikempfindungen gezielt auslösen, um den Kreislauf der Angst vor der Angst zu durchbrechen
Interozeptive Exposition: Wie sie Panikattacken reduziert
Interozeptive Exposition erzeugt gezielt die körperlichen Empfindungen einer Panikattacke – Herzrasen, Schwindel, Atemnot – in einer sicheren Umgebung, damit das Gehirn lernt, dass diese Empfindungen nicht gefährlich sind. Sie ist ein gut belegter Baustein der Panikstörungs-Behandlung; randomisierte Studien zeigen deutliche Rückgänge von Panikhäufigkeit und Vermeidungsverhalten.
Panikattacken werden vor allem durch eine Angst zweiter Ordnung angetrieben: nicht die Empfindungen selbst, sondern der Glaube, sie seien gefährlich. Interozeptive Exposition – bewusstes Drehen im Kreis, Hyperventilieren oder Atmen durch einen Strohhalm, um die körperlichen Panikgefühle kontrolliert herbeizuführen – lehrt das Gehirn durch direkte Erfahrung, dass Herzrasen, Schwindel und Atemnot unangenehm, aber nicht katastrophal sind. Im Folgenden die Kernpraktiken dieses Ansatzes, jeweils mit dem zugrunde liegenden Mechanismus und einer ehrlichen Einordnung der Evidenzlage.
Übungen
- Eine persönliche Empfindungs-Hierarchie aufbauen
Ordne, welche Panikempfindungen dich am meisten ängstigen, vom mildesten bis zum am meisten gefürchteten.
- Hyperventilations-Induktionsübung
60 Sekunden schnell durch den Mund atmen, um Schwindel und Atemnot zu erzeugen – und dabei bleiben.
- Drehstuhl-Induktion
30 Sekunden im Stuhl drehen, um Schwindel zu erzeugen, dann bei der Empfindung bleiben.
- Eingeschränkte Atmung durch einen Strohhalm
60 Sekunden nur durch einen dünnen Strohhalm atmen, um sicher Atemnot auszulösen.
- Body-Scan nach Induktion, um ohne Katastrophisieren zu beobachten
Nach dem Auslösen von Empfindungen den Körper mit Neugier statt Alarm scannen.
- Expositionen ohne Sicherheitsverhalten durchführen
Induktionsübungen durchführen und dabei bewusst auf die gewohnten Bewältigungs-Requisiten verzichten.
- Exposition auf natürliche Auslöser im Alltag ausweiten
Reale Situationen aufsuchen, die auf natürliche Weise die Empfindungen erzeugen, die du geübt hast.
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