Das mögliche Selbst bei Rückschlägen aufrufen

Wenn du scheiterst oder stagnierst, kehre zum erhofften Selbst zurück — nicht zum Ergebnisziel — als deinen Neuorientierungsanker.

Why it works

Rückschläge untergraben typischerweise ergebnisbasierte Motivation (das Ziel fühlt sich weiter entfernt an), müssen aber identitätsbasierte Motivation nicht untergraben (das erhoffte Selbst ist das, was du wirst, kein bedingtes Resultat). Sich bei Rückschlägen bewusst der Identitätsrepräsentation statt der Ergebnismetrik zuzuwenden, reaktiviert das Selbstsystem, das der Rückschlag eigentlich nicht ungültig gemacht hat — weil ein Scheitern in einer Instanz nicht ändert, wer du über die Zeit wirst.

How to do it

  1. Halte bei einem Rückschlag inne, bevor du das Scheitern analysierst, und lies deine Beschreibung des erhofften Selbst erneut.
  2. Frag: „Ändert dieser Rückschlag, ob diese Person die ist, die ich werden möchte?“ Meist: nein.
  3. Analysiere das Scheitern dann aus der Perspektive des erhofften Selbst: „Was würde diese Version von mir jetzt tun?“
  4. Unternimm eine Handlung im Einklang mit den Gewohnheiten des erhofften Selbst, unabhängig davon, ob der Rückschlag gelöst ist.

Evidenz

Forschung zu Selbstregulation und Erholung von Rückschlägen zeigt, dass identitätsgerahmte Ziele widerstandsfähiger gegen Scheitern sind als ergebnisgerahmte Ziele; die Theorie möglicher Selbste liefert die Identitätsstruktur, die Rückschläge als für die Identitätsrichtung irrelevant umdeutet. (mechanistic)

Die konkrete Anwendung möglicher Selbste bei Rückschlägen ist eine theoretisch fundierte Erweiterung; kontrollierte Studien zu dieser spezifischen Technik sind begrenzt.

Häufiger Fehler

Den Rückschlag als Beweis zu nutzen, das mögliche Selbst ganz aufzugeben — die häufigste „Kosten“ ergebnisbezogener Motivation, wenn das Ergebnis stockt.

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