Einen Baum der möglichen Selbste zeichnen
Ein Baum der möglichen Selbste bildet erhofftes, erwartetes und gefürchtetes Selbst als Äste von einem Stamm ab, sodass du alle drei Zukünfte gleichzeitig siehst, nicht eine nach der anderen.
Why it works
Getrennt gehalten konkurrieren die drei Arten möglicher Selbste um Aufmerksamkeit — du denkst an das erhoffte Selbst, wenn du optimistisch bist, und an das gefürchtete, wenn du ängstlich bist, und hältst sie selten zusammen. Sie als Äste von einem einzigen Stamm auszulegen macht die Gesamtheit gleichzeitig sichtbar, was einen stimmungsabhängigen Tagtraum in einen Vergleich verwandelt, über den du nachdenken kannst. Das erwartete Selbst — der ehrliche Standardwert deines aktuellen Kurses — neben dem erhofften zu sehen, legt die Lücke offen, die zum Handeln motiviert, denn der Zug kommt aus der Distanz zwischen wohin du tatsächlich unterwegs bist und wohin du unterwegs sein möchtest, nicht aus der Anziehungskraft der Hoffnung allein.
How to do it
- Zeichne einen Stamm, beschriftet mit deinem gegenwärtigen Selbst im Bereich, an dem du arbeitest (Karriere, Gesundheit, Beziehungen).
- Zeichne drei Hauptäste: erhofft (wer du werden möchtest), erwartet (wer du auf deinem aktuellen Kurs werden wirst) und gefürchtet (wer du zu vermeiden hoffst).
- Schreib an jeden Ast zwei oder drei Unteräste, die die spezifischen Verhaltensweisen und Bedingungen benennen, die zu diesem Selbst führen.
- Markiere ehrlich, welchen Ast dein letzter Monat Verhalten tatsächlich genährt hat.
- Wähle einen Unterast auf der erhofften Seite und benenne die eine nächste Handlung, die ihn diese Woche stärkt.
Evidenz
Markus und Nurius (1986) definierten mögliche Selbste als erhoffte, erwartete und gefürchtete Selbste umfassend — die drei Kategorien, die diese Übung abbildet. Baum- und Astdiagramme sind ein gängiges Format in Karriereberatung und Bildungspraxis, um diese Kategorien zusammen darzulegen, und die zugrunde liegende Behauptung, auf der die Übung beruht — dass die Lücke zwischen erwartetem und erhofftem Selbst motivational aktiv ist — stammt aus der Literatur zu möglichen Selbsten. (mechanistic)
Die Drei-Kategorien-Struktur ist gut etabliert; das konkrete Baum-/Astformat ist ein praktisches Lehrmittel statt eine separat validierte Intervention, und uns ist keine Studie bekannt, die es gegen das bloße Aufschreiben der drei Selbste als Listen vergleicht.
Quellen
- Markus & Nurius (1986), "Possible selves", American Psychologist
Häufiger Fehler
Den erwarteten Ast wegzulassen oder ihn heimlich mit der erhofften Antwort auszufüllen. Das erwartete Selbst ist die ehrliche Extrapolation deines aktuellen Kurses, und es ist der einzige Ast, der dir die reale Lücke zeigt — ein Baum mit nur Hoffnungen und Ängsten ist ein Stimmungsboard, keine Karte.
Übe das mit IX Coach
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- Dein erhofftes mögliches Selbst ausarbeiten
Baue ein detailliertes, sinnlich reiches mentales Bild einer konkreten zukünftigen Version deiner selbst auf — kein abstraktes Ziel, sondern eine Person.
- Das erhoffte Selbst mit einem gefürchteten Gegenstück paaren
Identifiziere die gefürchtete Version deines zukünftigen Selbst im selben Bereich — die Paarung erzeugt nachhaltigere Motivation als Hoffnung allein.
- Eine verhaltensbezogene Brücke zum möglichen Selbst bauen
Identifiziere ein spezifisches Verhalten, das dein erhofftes Selbst ausübt, das du heute tun kannst — und tu es dann.
- Mögliche Selbste im Laufe der Zeit aktualisieren und überarbeiten
Überprüfe und schreib deine möglichen Selbste mindestens zweimal jährlich neu — das Selbst, das du werden musst, ändert sich mit dem Wachstum.
- Das mögliche Selbst bei Rückschlägen aufrufen
Wenn du scheiterst oder stagnierst, kehre zum erhofften Selbst zurück — nicht zum Ergebnisziel — als deinen Neuorientierungsanker.
- Lebende Beispiele deines erhofften Selbst finden
Identifiziere reale Menschen, die dein erhofftes Selbst verkörpern — ihre Existenz macht die Repräsentation konkret und glaubwürdig.
- Das gefürchtete Selbst als Frühwarnsystem nutzen
Wenn du ein Abdriften zu Verhaltensweisen des gefürchteten Selbst bemerkst, behandle es als Signal, nicht als Urteil.
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