Nutze beruhigende Berührung als physiologischen Anker

Physische Selbstberührung – Hand auf dem Herzen, geschlossene Hände am Gesicht – signalisiert dem Körper Sicherheit.

Why it works

Affektive Berührung aktiviert C-taktile Afferenzen, die über den Vagusnerv beruhigende Signale senden und das parasympathische System einschalten. Das ist eine bottom-up Route – sie kann den physiologischen Zustand verschieben, ohne zuerst einen kognitiven Wandel zu erfordern, was besonders nützlich ist, wenn emotionale Überwältigung verbale Verarbeitung blockiert.

How to do it

  1. Experimentiere mit Berührungspunkten: Hand auf dem Herzen, beide Hände an den Wangen, Hand auf dem Bauch, oder das eigene Gesicht wiegen.
  2. Wende sanften, warmen Druck an – nicht flüchtig.
  3. Bemerke, welcher Kontaktpunkt am zuverlässigsten ein Lockerungsgefühl erzeugt, und nutze diesen als deinen Standardanker.

Evidenz

C-taktile Afferenzen reagieren spezifisch auf sanftes streichendes Berühren und projizieren zum insulären Kortex und anterioren cingulären Kortex, Regionen, die an sozialer Bindung und Affektregulation beteiligt sind. Selbst angewandte warme Berührung hat sich in Laborstudien gezeigt, Stressmarker zu reduzieren. (mechanistic)

Laborstudien nutzen experimentator-angewandte Berührung; ob Selbstberührung dieselben Bahnen im selben Maß aktiviert, ist mechanistisch gestützt, aber noch nicht durch klinische RCT-Daten speziell für Selbstberührung bei Emotionsregulation abgeglichen.

Quellen

  • McGlone, Wessberg & Olausson (2014), discriminative and affective touch, Neuron

Häufiger Fehler

Berührung ganz auszulassen und die Praxis als rein verbal zu behandeln – der somatische Anker ist es, der die Freundlichkeit im Körper ankommen lässt, statt ein abstrakter Gedanke zu bleiben.

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