Bei jedem Schritt selbst erklären

Halten Sie nach jeder Idee inne und fragen Sie: "Warum folgt das aus dem letzten Punkt?"

Why it works

Selbsterklärung erzeugt die inferentiellen Verbindungen zwischen Ideen, die ein Text oft implizit lässt. Chi und Kollegen fanden, dass Studierende, die spontan beim Lesen selbst erklärten, dramatisch besseres konzeptuelles Verständnis erreichten als jene, die es nicht taten – weil Verständnis durch das Bauen von Verbindungen konstruiert wird, nicht durch Aufnahme von Fakten empfangen.

How to do it

  1. Halten Sie nach jedem Absatz oder Schritt inne und sagen Sie laut: "Das bedeutet also ..." oder "Das verbindet sich mit der vorherigen Idee, weil ..."
  2. Sprechen Sie speziell an, warum der Autor von einem Punkt zum nächsten wechselt.
  3. Wenn Sie den Übergang nicht erklären können, markieren Sie die Lücke – sie zeigt eine fehlende Voraussetzung an.

Evidenz

Chi, Bassok, Lewis, Reimann & Glaser (1989) fanden, dass leistungsstarke Physikstudierende beim Lesen durchgerechneter Beispiele weit mehr Selbsterklärungen erzeugten als leistungsschwächere. Der Effekt wird der Erzeugung von Inferenzbrücken zwischen Schritten zugeschrieben. (observational)

Die Vorteile der Selbsterklärung sind am besten in naturwissenschaftlichen Problemlösekontexten dokumentiert; der Effekt ist plausibel, aber weniger direkt in geisteswissenschaftlichem oder narrativem Lesen getestet.

Quellen

  • Chi, Bassok, Lewis, Reimann & Glaser (1989), self-explanations: how students study and use examples in learning to solve problems, Cognitive Science

Häufiger Fehler

Den Oberflächeninhalt selbst zu erklären ("das sagt also, dass Photosynthese stattfindet") statt die inferentielle Logik ("das erklärt, warum Pflanzen Licht brauchen, weil ...") – der Nutzen liegt im Erzeugen der Verbindungen, nicht im Zusammenfassen der Fakten.

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