Die Realität erkunden — eine ehrliche Einschätzung der aktuellen Situation festlegen
Helfen Sie der Person, ihre aktuelle Situation klar und konkret zu sehen, ohne Urteil oder vorschnelle Lösungen.
Why it works
Menschen kommen mit einer Mischung aus genauer Beobachtung und defensiver Interpretation in Coaching-Gespräche. Die Realitätsphase unterscheidet diese: Der Coach fragt nach konkreten Fakten ('Was genau ist passiert?'), nicht nach Schlussfolgerungen ('Es ist eine Katastrophe'). Konkrete Spezifität durchbricht Katastrophisierung und legt Lücken im eigenen Wissen der Person über ihre Situation offen. Die Fragen des Coaches dienen als kognitiver Spiegel.
How to do it
- Stellen Sie beschreibende Fragen: 'Was passiert tatsächlich?' 'Was haben Sie versucht?' 'Was ist passiert, als Sie das getan haben?'
- Widerstehen Sie dem Drang, Ihre eigene Realitätseinschätzung anzubieten — Ihre Aufgabe ist es, der Person zu helfen, ihre eigene klarer zu sehen.
- Wenn Sie eine Interpretation hören ('Er respektiert mich nicht'), fragen Sie nach dem konkreten beobachtbaren Verhalten: 'Was hat er getan oder gesagt, das Sie zu dieser Schlussfolgerung gebracht hat?'
- Fragen Sie auch, was gut läuft, nicht nur, was falsch läuft — Realität besteht nicht nur aus Problemen.
Evidenz
Eine genaue Situationseinschätzung ist eine Voraussetzung für effektive Problemlösung. Forschung zu kognitiven Verzerrungen zeigt, dass Menschen Interpretation im Verhältnis zur Beobachtung durchgängig übergewichten; beschreibendes Fragen wirkt dem entgegen. (mechanistic)
Die Realitätsphase basiert auf soliden Fragestellungsprinzipien; kontrollierte Studien zum GROW-Modell als Ganzes sind begrenzt. Die meisten Belege stammen aus der Coaching-Praxis und qualitativer Forschung.
Häufiger Fehler
Die anfängliche Darstellung der Realität durch die Person als genau zu akzeptieren und weiterzugehen — das bedeutet, dass nachfolgende Optionen und Verpflichtungen auf einer verzerrten Grundlage aufgebaut werden.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das GROW-Modell: Coaching-Gespräche, die Menschen wirklich bewegen
- Das Ziel setzen — festlegen, wofür das Gespräch da ist
Beginnen Sie jedes Coaching-Gespräch damit zu klären, was die Person in dieser Sitzung erreichen möchte.
- Optionen generieren — die volle Bandbreite der Möglichkeiten erkunden, bevor man sich festlegt
Laden Sie die Person ein, so viele Optionen wie möglich zu generieren, bevor eine davon bewertet wird.
- Den Willen sichern — die beste Option in eine konkrete Verpflichtung verwandeln
Schließen Sie das Gespräch mit einer konkreten, selbst erklärten Verpflichtung zu einer greifbaren nächsten Handlung ab.
- Halten Sie während des gesamten GROW-Prozesses ein hohes Verhältnis von Fragen zu Aussagen
Stellen Sie weit häufiger Fragen als Sie Aussagen anbieten — das Denken des Coachees ist das Produkt.
- Bewusstsein schaffen und Verantwortung gleichzeitig aufbauen
Helfen Sie der Person, ihre Situation klarer zu sehen, während Sie sie gleichzeitig mit ihrer Eigenverantwortung dafür verbinden.
- Nutzen Sie GROW in kurzen Führungsgesprächen, nicht nur in formellen Coaching-Sitzungen
Wenden Sie die GROW-Struktur auf 5-minütige Flurgespräche und Einzelgespräch-Check-ins an — nicht nur auf einstündige Coaching-Sitzungen.
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