Sich in Momenten des Scheiterns mit gemeinsamer Menschlichkeit verbinden
Wenn du scheiterst oder leidest, dich daran erinnern, dass das eine geteilte menschliche Erfahrung ist – kein persönliches Defizit.
Why it works
Gemeinsame Menschlichkeit ist eine von Neffs drei Komponenten des Selbstmitgefühls (neben Achtsamkeit und Selbstfreundlichkeit). Ihre Funktion ist es, Isolation entgegenzuwirken: Scheitern aktiviert das Gefühl, einzigartig fehlerhaft zu sein, was das Leiden verstärkt. Zu erkennen, dass Scheitern, Kampf und Unvollkommenheit universelle menschliche Erfahrungen sind, normalisiert die Schwierigkeit und löst ihren Griff auf den Selbstwert.
How to do it
- Wenn Scheitern oder Kritik dich trifft, sagen: 'Das gehört zum Menschsein. Jeder, der das versucht hat, hat gekämpft.'
- Wenn das zu abstrakt wirkt, konkrete respektierte Personen benennen, die öffentlich auf ähnliche Weise gescheitert sind.
- Dem Impuls widerstehen, das Scheitern zu einer einzigartigen Verurteilung zu machen ('nur ich würde diesen Fehler machen').
- Aufschreiben: 'Was würde ich einer engen Freundin sagen, die genau das erlebt hat?' Dann das zu dir selbst sagen.
Evidenz
Neffs Selbstmitgefühlsskala, die gemeinsame Menschlichkeit als Unterskala enthält, ist in metaanalytischer Forschung mit geringerer Depression, Angst und Scham sowie höherer Lebenszufriedenheit verbunden. Der eigenständige Beitrag gemeinsamer Menschlichkeit über Achtsamkeit und Selbstfreundlichkeit hinaus ist weniger isoliert untersucht. (observational)
Metaanalytische Evidenz deckt das gesamte Selbstmitgefühlskonstrukt ab; der unabhängige Effekt gemeinsamer Menschlichkeit gegenüber Selbstfreundlichkeit oder Achtsamkeit wurde nicht sauber isoliert.
Quellen
- MacBeth & Gumley (2012), meta-analysis of self-compassion and psychopathology, Clinical Psychology Review
- Neff (2003), "The development and validation of a scale to measure self-compassion," Self and Identity
Häufiger Fehler
Gemeinsame Menschlichkeit nutzen, um die Schwierigkeit herunterzuspielen ('jeder kämpft, also ist es keine große Sache') – das Ziel ist Normalisierung, nicht Verharmlosung. Der Schmerz ist echt; die Universalität auch.
Übe das mit IX Coach
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