Kognitive Defusion

Gedanken als vorübergehende mentale Ereignisse betrachten – nicht als buchstäbliche Wahrheiten oder Befehle.

Why it works

Wir neigen dazu, mit Gedanken zu fusionieren – «Ich werde scheitern» als Tatsache zu behandeln statt als eine Abfolge von Wörtern. Defusion verändert die Beziehung zum Gedanken, nicht seinen Inhalt: Ihn als mentale Aktivität wahrzunehmen schafft Distanz, sodass der Gedanke seine Macht verliert, Stimmung und Verhalten zu steuern – auch wenn er noch da ist.

How to do it

  1. Den Gedanken bemerken und ihm voranstellen: «Ich habe den Gedanken, dass …»
  2. Einen hartnäckigen Gedanken langsam oder in einer komischen Stimme aussprechen, um seinen Griff zu lockern.
  3. Gedanken vorbeiziehen lassen wie Blätter auf einem Bach, statt jeden einzelnen festzuhalten.
  4. Nicht fragen «Ist das wahr?», sondern «Hilft es mir gerade, mich darauf einzulassen?»

Evidenz

Defusion ist ein Kernprozess der ACT; experimentelle und klinische Forschung belegt, dass Defusionstechniken die Glaubwürdigkeit und den Einfluss belastender Gedanken reduzieren. Eine kontrollierte Studie von Masuda und Kollegen zeigte, dass eine kurze Wortwiederholungs-Defusionstechnik sowohl die Glaubwürdigkeit als auch das emotionale Unbehagen selbstbezogener negativer Gedanken stärker reduzierte als Ablenkung oder Kontrollbedingungen. (rct)

Komponentenstudien sind kleiner als die Ganzes-ACT-Studien; Effekte auf die Glaubwürdigkeit sind klarer belegt als auf alle anderen Outcomes.

Quellen

Häufiger Fehler

Defusion als verdeckte Methode einzusetzen, um den Gedanken loszuwerden. Sie funktioniert nur, wenn das Ziel ist, ihn leicht zu halten – nicht ihn zu unterdrücken. Unterdrückung lässt Gedanken meistens stärker zurückkehren.

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