Akzeptanz (Bereitschaft)
Unerwünschten Gefühlen Raum geben, statt gegen sie anzukämpfen – damit sie aufhören, das Steuer zu übernehmen.
Why it works
Der Versuch, innere Erfahrungen zu kontrollieren oder zu eliminieren, schlägt oft fehl – Unterdrückung verstärkt das Bekämpfte und verengt das Leben um Vermeidung herum. Akzeptanz funktioniert dadurch, dass dieser aussichtslose Kampf aufgegeben wird: Wer bereit ist, ein Gefühl zu fühlen, lässt es nicht länger über seine Entscheidungen bestimmen – und gewinnt Energie zurück für das, was wirklich zählt.
How to do it
- Das Gefühl benennen, das nicht gewollt wird.
- Wahrnehmen, wo es im Körper sitzt, und darum herum atmen – nicht in einen Kampf hinein.
- Es da sein lassen, ohne zu handeln, damit es geht.
- Fragen: Was könnte ich tun, was mir wichtig ist – auch während dieses Gefühl noch da ist?
Evidenz
Akzeptanz ist ein zentraler ACT-Prozess; experimentelle Arbeit zeigt, dass akzeptanzbasiertes Coping Unterdrückung häufig übertrifft, wenn es darum geht, Schmerz und Belastung zu tolerieren – im Rahmen einer gut belegten Therapie. In kontrollierten Herausforderungsstudien mit Panikpatient:innen führte eine Akzeptanzinstruktion zu weniger Vermeidung und weniger Belastung unter Symptomprovokation als Instruktionen zur Unterdrückung. (rct)
Akzeptanz bedeutet nicht, schädliche Situationen zu dulden; die Evidenz bezieht sich auf innere Erfahrungen, nicht auf das Ertragen von Misshandlung.
Quellen
- Levitt, J. T., Brown, T. A., Orsillo, S. M., & Barlow, D. H. (2004). The effects of acceptance versus suppression of emotion on subjective and psychophysiological response to carbon dioxide challenge in patients with panic disorder. Behavior Therapy, 35(4), 747-766.
- Eifert, G. H., & Heffner, M. (2003). The effects of acceptance versus control contexts on avoidance of panic-related symptoms. Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry, 34(3-4), 293-312.
Häufiger Fehler
Akzeptanz als Zähnebeißen und Ertragen von Elend zu behandeln – als neue clevere Art, das Gefühl loszuwerden. Das ist Unterdrückung im Verkleid.
Übe das mit IX Coach
More practices for Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), praktisch erklärt
- Kognitive Defusion
Gedanken als vorübergehende mentale Ereignisse betrachten – nicht als buchstäbliche Wahrheiten oder Befehle.
- Werteklärung
Die Richtungen benennen, in die das eigene Leben sich bewegen soll – unterschieden von Zielen, die abgehakt werden können.
- Engagiertes Handeln
Konkrete Schritte in Richtung der eigenen Werte gehen – immer wieder, auch wenn Unbehagen auftaucht.
- Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment
Flexible Aufmerksamkeit auf Hier und Jetzt richten, statt in Vergangenheit oder Zukunft verloren zu gehen.
- Selbst-als-Kontext (das beobachtende Selbst)
Das beständige «Ich» wahrnehmen, das Gedanken und Gefühle beobachtet – ohne durch sie definiert zu werden.