Engagiertes Handeln
Konkrete Schritte in Richtung der eigenen Werte gehen – immer wieder, auch wenn Unbehagen auftaucht.
Why it works
Einsicht ohne Handeln verändert kein Leben. Engagiertes Handeln funktioniert, indem Wert und Verhalten verknüpft werden: Es entstehen Muster wirksamen Handelns, die durch das geleitet sind, was wichtig ist – und weil das Handeln an einem Wert verankert ist statt an einer Stimmung, bleibt es bestehen, auch durch das Unbehagen, das es sonst aufhalten würde.
How to do it
- Einen Wert wählen und den kleinsten konkreten Handlungsschritt, der ihn ausdrückt.
- Ihn als wiederholbaren Schritt festlegen – keine einmalige Heldentat.
- Unbehagen erwarten und mitnehmen, statt darauf zu warten, dass es vorbeigeht.
- Nach einem Ausrutscher den nächsten Schritt neu festlegen – nicht in Schuldgefühlen kreisen.
Evidenz
Engagiertes Handeln ist der Verhaltenskern der ACT und stützt sich auf dieselben Verhaltensänderungs- und Expositionsprinzipien, die über viele Störungsbilder randomisiert belegt sind. Meta-Analysen des integrierten ACT-Modells – Dutzende randomisierter Studien zusammenfassend – finden verlässliche Vorteile bei einer Reihe psychischer und körperlicher Erkrankungen. (rct)
Am stärksten als Teil des integrierten ACT-Modells; engagiertes Handeln allein zu isolieren ist in Studien unüblich.
Quellen
- A-Tjak, J. G. L., Davis, M. L., Morina, N., Powers, M. B., Smits, J. A. J., & Emmelkamp, P. M. G. (2015). A meta-analysis of the efficacy of acceptance and commitment therapy for clinically relevant mental and physical health problems. Psychotherapy and Psychosomatics, 84(1), 30-36.
- Gloster, A. T., Walder, N., Levin, M. E., Twohig, M. P., & Karekla, M. (2020). The empirical status of acceptance and commitment therapy: A review of meta-analyses. Journal of Contextual Behavioral Science, 18, 181-192.
Häufiger Fehler
Warten, bis man sich bereit oder motiviert fühlt, bevor man handelt. In der ACT trägt die Handlung das Unbehagen mit sich – Bereitschaft ist keine Voraussetzung, sie ist oft das Ergebnis.
Übe das mit IX Coach
More practices for Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), praktisch erklärt
- Kognitive Defusion
Gedanken als vorübergehende mentale Ereignisse betrachten – nicht als buchstäbliche Wahrheiten oder Befehle.
- Akzeptanz (Bereitschaft)
Unerwünschten Gefühlen Raum geben, statt gegen sie anzukämpfen – damit sie aufhören, das Steuer zu übernehmen.
- Werteklärung
Die Richtungen benennen, in die das eigene Leben sich bewegen soll – unterschieden von Zielen, die abgehakt werden können.
- Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment
Flexible Aufmerksamkeit auf Hier und Jetzt richten, statt in Vergangenheit oder Zukunft verloren zu gehen.
- Selbst-als-Kontext (das beobachtende Selbst)
Das beständige «Ich» wahrnehmen, das Gedanken und Gefühle beobachtet – ohne durch sie definiert zu werden.