Alles-oder-nichts-Denken (Schwarz-Weiß-Denken)

Situationen und sich selbst in absoluten, binären Begriffen bewerten – perfekt oder gescheitert, immer oder nie.

Why it works

Alles-oder-nichts-Denken spiegelt ein Scheitern des präfrontalen Kortex wider, die Mitte zu halten, wenn das emotionale System aktiviert ist. Bedrohungsbewertung fördert kategoriales Verarbeiten (sicher/gefährlich), was in evolutionärer Zeit adaptiv war, aber in modernen sozialen Kontexten falsche Urteile über Leistung und Selbstwert erzeugt.

How to do it

  1. Die absolute Aussage erkennen: «Ich habe versagt», «Das war ein Desaster».
  2. Das Spektrum einführen: «Was wäre ein Teilerfolg?», «Was ist falsch, was ist richtig?»
  3. Beweise für Graustufen sammeln: Was wurde gut gemacht? Was könnte besser sein?
  4. Die Aussage neu formulieren: «Ich habe X nicht so gut wie gewünscht gemacht, aber Y war in Ordnung.»

Evidenz

Alles-oder-nichts-Denken ist in Becks kognitivem Modell eine der zentralen Verzerrungen; KVT, die auf kognitive Verzerrungen abzielt, hat starke Evidenzgrundlage für Angst und Depression. (clinical)

Kognitive Verzerrungen als Konstrukte sind schwer zu messen; es gibt Debatte darüber, ob sie Ursache oder Korrelat von Stimmungsproblemen sind.

Quellen

Häufiger Fehler

Graustufen-Denken als Entschuldigung für schlechte Leistung zu verwechseln. Das Ziel ist Genauigkeit, nicht falscher Trost.

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