Die fehlende Fertigkeit hinter dem Verhalten identifizieren
Die kognitive Fertigkeit benennen, die dem Kind fehlt – nicht das Verhalten, das man abstellen will.
Why it works
Explosives Verhalten ist ein nachgelagertes Symptom ungelöster Probleme und unterentwickelter kognitiver Fertigkeiten wie Flexibilität, Frustrationstoleranz oder die Fähigkeit, von einer bevorzugten Aktivität wegzugehen. Das Zielen auf die Fertigkeit löst das Muster; das Zielen auf das Verhalten bestraft nur das Symptom.
How to do it
- Auflisten, welche Situationen regelmäßig Explosionen auslösen.
- Fragen: Welche Fertigkeit würde das Kind brauchen, um mit dieser Situation umzugehen?
- Spezifisch sein: Flexibilität, Frustrationstoleranz, Problemlösung, Impulskontrolle.
- Die Ergebnisse dem Kind in nicht-bedrohlicher Sprache teilen.
Evidenz
Greenes Collaborative Problem Solving ist in mehreren randomisierten Studien mit Kindern mit ODD und Verhaltensproblemen belegt und zeigt Effekte auf Ausbruchshäufigkeit und Eltern-Kind-Beziehungsqualität. (observational)
Die Forschungsbasis ist kleiner als bei einigen anderen Verhaltensinterventionen; die meisten Studien haben kleinere Stichproben.
Quellen
- Barkley, R. A. (1997). Behavioral inhibition, sustained attention, and executive functions. Psychological Bulletin, 121(1), 65–94.
- Schoemaker, K., Mulder, H., Deković, M., & Matthys, W. (2013). Executive functions in preschool children with externalizing behavior problems: A meta-analysis. Journal of Abnormal Child Psychology, 41(3), 457–471.
- Yang, Y., Shields, G. S., Zhang, Y., Wu, H., Chen, H., & Romer, A. L. (2022). Child executive function and future externalizing and internalizing problems: A meta-analysis of prospective longitudinal studies. Clinical Psychology Review, 97, 102194.
Häufiger Fehler
Das Verhalten selbst zu behandeln – Konsequenzen zu erhöhen – wenn die Fertigkeit das eigentliche Problem ist.
Übe das mit IX Coach
More practices for Kollaboratives Problemlösen (Ross Greene)
- Plan B verwenden: das dreistufige kollaborative Gespräch
Mit dem Anliegen des Kindes empathisch sein, das eigene einbringen und gemeinsam zur Lösung einladen.
- Ross Greenes Plan B, proaktiv durchgeführt
Ross Greenes Plan B funktioniert am besten proaktiv: das Gespräch in einem ruhigen Fenster führen – vor der nächsten Explosion, nicht in der Mitte einer.
- Erkennen, wann Plan A (unilaterale Durchsetzung) die Dinge verschlimmert
Vom Erwachsenen auferlegte Lösungen können die Verhandlung gewinnen und den Krieg verlieren – bemerken, wann Durchsetzung eskaliert statt löst.
- Empathie zur Deeskalation einsetzen, nicht zur Kapitulation
Den emotionalen Zustand des Kindes benennen, ohne jeder Forderung zuzustimmen – Empathie und Grenzen können koexistieren.
- Eine Liste ungelöster Probleme führen
Wiederkehrende Auslöser aufschreiben, damit sie zu lösbaren Problemen werden statt zu wiederholten Notfällen.
- Lösungen auf Dauerhaftigkeit prüfen: realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher
Eine kollaborative Lösung, die einen von drei Tests scheitert – realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher – wird nicht halten.