Plan B verwenden: das dreistufige kollaborative Gespräch
Mit dem Anliegen des Kindes empathisch sein, das eigene einbringen und gemeinsam zur Lösung einladen.
Why it works
Plan B strukturiert das Gespräch in einer Sequenz, die entscheidend ist: Empathie zuerst senkt die Abwehrhaltung des Kindes und signalisiert, dass sein Anliegen real ist; das Anliegen des Erwachsenen zweiten hinzuzufügen bringt die andere Perspektive ein; gemeinsame Einladung zur Lösung aktiviert das präfrontale Problemlösen des Kindes.
How to do it
- Empathieschritt: «Mir ist aufgefallen, dass [Situation] für dich schwierig ist. Was ist da los?»
- Das Anliegen des Kindes vollständig verstehen, bevor zum nächsten Schritt übergegangen wird.
- Das eigene Anliegen einbringen: «Mein Anliegen ist…»
- Einladen: «Ich frage mich, ob wir eine Lösung finden können, die für uns beide funktioniert?»
Evidenz
Plan B ist in Greenes CPS-Modell belegt; CPS-Studien zeigen Effekte auf Ausbruchshäufigkeit und Beziehungsqualität. (rct)
Plan B braucht Zeit und Übung; es ist kein Quick Fix.
Quellen
- Pollastri, A. R. et al. (2013). The Collaborative Problem Solving approach. Harvard Review of Psychiatry, 21(4), 188–199.
- Greene, R. W., Ablon, J. S., Goring, J. C., Raezer-Blakely, L., Markey, J., Monuteaux, M. C., Henin, A., Edwards, G., & Rabbitt, S. (2004). Effectiveness of Collaborative Problem Solving in affectively dysregulated children with oppositional-defiant disorder: Initial findings. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 72(6), 1157–1164.
- Ollendick, T. H., Greene, R. W., Austin, K. E., Fraire, M. G., Halldorsdottir, T., Allen, K. B., Jarrett, M. A., Lewis, K. M., Whitmore Smith, M., Cunningham, N. R., Noguchi, R. J., Canavera, K., & Wolff, J. C. (2016). Parent Management Training and Collaborative & Proactive Solutions: A randomized control trial for oppositional youth. Journal of Clinical Child & Adolescent Psychology, 45(5), 591–604.
Häufiger Fehler
Zur Problemlösungsphase überzugehen, bevor das Anliegen des Kindes wirklich verstanden wurde.
Übe das mit IX Coach
More practices for Kollaboratives Problemlösen (Ross Greene)
- Die fehlende Fertigkeit hinter dem Verhalten identifizieren
Die kognitive Fertigkeit benennen, die dem Kind fehlt – nicht das Verhalten, das man abstellen will.
- Ross Greenes Plan B, proaktiv durchgeführt
Ross Greenes Plan B funktioniert am besten proaktiv: das Gespräch in einem ruhigen Fenster führen – vor der nächsten Explosion, nicht in der Mitte einer.
- Erkennen, wann Plan A (unilaterale Durchsetzung) die Dinge verschlimmert
Vom Erwachsenen auferlegte Lösungen können die Verhandlung gewinnen und den Krieg verlieren – bemerken, wann Durchsetzung eskaliert statt löst.
- Empathie zur Deeskalation einsetzen, nicht zur Kapitulation
Den emotionalen Zustand des Kindes benennen, ohne jeder Forderung zuzustimmen – Empathie und Grenzen können koexistieren.
- Eine Liste ungelöster Probleme führen
Wiederkehrende Auslöser aufschreiben, damit sie zu lösbaren Problemen werden statt zu wiederholten Notfällen.
- Lösungen auf Dauerhaftigkeit prüfen: realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher
Eine kollaborative Lösung, die einen von drei Tests scheitert – realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher – wird nicht halten.