Ross Greenes Plan B, proaktiv durchgeführt
Ross Greenes Plan B funktioniert am besten proaktiv: das Gespräch in einem ruhigen Fenster führen – vor der nächsten Explosion, nicht in der Mitte einer.
Why it works
Problemlösungskapazität erfordert ein reguliertes Nervensystem. Ein Kind in der Mitte einer Explosion hat minimalen Zugang zu präfrontalem Reasoning, sodass ein Gespräch während der Krise nichts löst und oft eskaliert.
How to do it
- Muster vorhersagen: Wann explodiert es üblicherweise?
- Eine ruhige Zeit wählen, bevor das nächste Mal die schwierige Situation eintritt.
- Den Plan-B-Gesprächsrahmen proaktiv anwenden.
- Eine Lösung im Voraus entwickeln, sodass beide beim nächsten Mal wissen, was zu tun ist.
Evidenz
Proaktives Plan B ist eine Kernkomponente von Greenes CPS-Training; der Zeitpunkt des Gesprächs ist entscheidend für den Erfolg. (mechanistic)
In akuten Krisen braucht man andere Werkzeuge; Plan B ist präventiv, nicht reaktiv.
Quellen
- Arnsten, A. F. T. (2009). Stress signalling pathways that impair prefrontal cortex structure and function. Nature Reviews Neuroscience, 10(6), 410–422.
- Shields, G. S., Sazma, M. A., & Yonelinas, A. P. (2016). The effects of acute stress on core executive functions: A meta-analysis and comparison with cortisol. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 68, 651–668.
Häufiger Fehler
Zu versuchen, Plan B in der Mitte einer Explosion durchzuführen, wenn das Kind (und der Erwachsene) nicht gut reguliert sind.
Übe das mit IX Coach
More practices for Kollaboratives Problemlösen (Ross Greene)
- Die fehlende Fertigkeit hinter dem Verhalten identifizieren
Die kognitive Fertigkeit benennen, die dem Kind fehlt – nicht das Verhalten, das man abstellen will.
- Plan B verwenden: das dreistufige kollaborative Gespräch
Mit dem Anliegen des Kindes empathisch sein, das eigene einbringen und gemeinsam zur Lösung einladen.
- Erkennen, wann Plan A (unilaterale Durchsetzung) die Dinge verschlimmert
Vom Erwachsenen auferlegte Lösungen können die Verhandlung gewinnen und den Krieg verlieren – bemerken, wann Durchsetzung eskaliert statt löst.
- Empathie zur Deeskalation einsetzen, nicht zur Kapitulation
Den emotionalen Zustand des Kindes benennen, ohne jeder Forderung zuzustimmen – Empathie und Grenzen können koexistieren.
- Eine Liste ungelöster Probleme führen
Wiederkehrende Auslöser aufschreiben, damit sie zu lösbaren Problemen werden statt zu wiederholten Notfällen.
- Lösungen auf Dauerhaftigkeit prüfen: realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher
Eine kollaborative Lösung, die einen von drei Tests scheitert – realistisch, gegenseitig befriedigend, sicher – wird nicht halten.