Apophatisches Gebet: Bilder von Gott loslassen

Lass alle mentalen Bilder und Konzepte von Gott los, um in dem zu ruhen, was Konzepte übersteigt.

Why it works

Die apophatische (negative) Theologie hält fest, dass Gott jedes Konzept, Bild und jede Beschreibung übersteigt — dass das Festhalten an jeder mentalen Vorstellung von Gott letztlich das Festhalten an einer Projektion ist. Diese Bilder loszulassen ist kein Atheismus, sondern eine tiefere Disziplin: Sie zerlegt die Götzen, die der Geist konstruiert. Psychologisch bewegt sich das Loslassen jedes Fokusobjekts hin zum objektlosen, offenen Gewahrsein, das Kontemplative über Traditionen hinweg als Grund der Erfahrung beschreiben.

How to do it

  1. Bemerke im Gebet, wenn ein mentales Bild, Gefühl oder Konzept aufsteigt („Gott als Vater“, „Gott als Licht“), und lass es sanft los.
  2. Weite das auch auf angenehme geistliche Gefühle aus: Entsteht Trost oder Wärme, halte es nicht als das Ziel fest.
  3. Sitze in der bloßen Offenheit, die bleibt — nicht leer, aber auch nicht mit bestimmtem Inhalt gefüllt.
  4. Akzeptiere, dass sich diese Art zu beten anfühlt, als würde man nichts tun; dieses Gefühl ist oft zutreffend und kein Problem.

Evidenz

Apophatische Praxis ist ein ausgereifter Strang christlicher Mystik von Pseudo-Dionysius über The Cloud of Unknowing bis Merton. Ihr psychologischer Mechanismus — das Loslassen gehaltener Vorstellungen — ist konsistent mit Dezentrierung und kognitiver Defusion. (anecdotal)

Apophatisches Gebet ist eine traditionelle theologische und kontemplative Disziplin; Parallelen zu Dezentrierung oder Defusion sind analoge Brücken zwischen unterschiedlichen Rahmenwerken, keine wissenschaftlichen Aussagen.

Quellen

Häufiger Fehler

Zu schließen, dass nichts geschieht, wenn nichts gedacht oder gefühlt wird, und das Gebet sei gescheitert — was die apophatische Tradition völlig missversteht.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Kontemplatives Gebet: Die innere Reise

Verwandte Konzepte