Vom Lesen zur wortlosen Gegenwart übergehen

Lass heilige Lektüre allmählich in Stille übergehen, statt eine rein intellektuelle Tätigkeit zu bleiben.

Why it works

Merton verortete Kontemplation als die Frucht, die aus Lectio Divina (heiliger Lektüre) wachsen kann: Die Worte eines Texts erzeugen eine Resonanz, die schließlich einem direkten, nichtverbalen Gewahrsein weicht. Diese Bewegung — von Sprache zu Stille — folgt einer gut dokumentierten Phänomenologie sich vertiefenden Gebets, bei der konzeptuelle Aktivität abnimmt und eine empfangende, stille Gegenwart zunimmt. Der Übergang lässt sich nicht erzwingen; er entsteht aus anhaltender Übung und Haltung.

How to do it

  1. Beginne mit einem kurzen Schriftabschnitt oder kontemplativen Text; lies langsam und halte an, wo dich ein Satz trifft.
  2. Ruhe in diesem Satz, ohne ihn zu analysieren — lass ihn über seine wörtliche Bedeutung hinaus sprechen.
  3. Hat der Satz sein Werk getan und wird der Geist still, lass auch die Worte los und sitze in der Gegenwart, die sie eröffnet haben.
  4. Erzwinge den Abschnitt nicht ins stille Gebet; lass es natürlich geschehen, wenn es geschieht.

Evidenz

Der Übergang von fokussiertem Lesen über Reflexion zu einem stilleren, empfangenderen Zustand ist über Jahrhunderte hinweg phänomenologisch in der kontemplativen Tradition dokumentiert. Das psychologische Substrat ist konsistent mit Aufmerksamkeitsvertiefung und Absorptionszuständen. (anecdotal)

Dies ist eine traditionelle kontemplative Phänomenologie, beschrieben über die christliche mystische Tradition hinweg; sie wurde nicht als psychologisches Protokoll evaluiert.

Häufiger Fehler

Endlos in analytischem Kommentar zum Text zu verharren — seine Bedeutung, seinen Kontext, seine Struktur zu notieren — und nie in die Stille überzugehen, die er eröffnen sollte.

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